AquaRichtig und der Evidenz-Begriff

Aus den bisherigen Äußerungen bei AquaRichtig zum Evidenz-Begriff leite ich ab, dass man hier irrigerweise annimmt, dieser sei im philosophischen Sinne zu verstehen. Dabei ist gerade diese Begriffsbedeutung nicht gemeint. Evidenz ist hier die Gesamtheit aller methodisch bestimmten Beweise, Daten, Fakten und Belege für oder wider eine (Hypo)these respektive umgekeht ihre Antithese oder Null-Hypothese. Methodisch heißt hier konkret wissenschaftlich, also mit Hilfe der wissenschaftlichen Methodik.

So gibt es zahlreiche wissenschaftliche Publikationen, die anhand von wissenschaftlichen Experimenten, also empirisch, belegen, dass auch untergetauchte Wasserpflanzen, sogar echte Hydrophyten, mineralische Nährstoffe über die Wurzeln aus dem Sediment aufnehmen. Für verschiedenste Arten. So beispielsweise von Gentner (1977) bei Vallisneria americana für die Elemente Eisen und Phosphor.

Da kann man sich bei AquaRichtig die schönsten Verbalinjurien ausdenken und mich damit bedenken und woran man sonst noch Freude hat. An der Evidenz, die belegt, dass auch rein submerse Wasserpflanzen Ionen über die Wurzeln aufnehmen und damit Wurzelzehrer sind (nein, ich behaupte ausdrücklich nicht, dass dies auf alle zutrifft), ändert das rein gar nichts. Die Nullhypothese, dass untergetauchte Wasserpflanzen keine mineralischen Nährstoffe über die Wurzeln aus dem Sediment aufnehmen können und es damit auch keine Wurzelzehrer bei den Wasserpflanzen gibt, ist damit widerlegt. Das mag auf einzelne Arten zutreffen. Vorrangig auf solche, denen es an Wurzeln fehlt, wie bei aquatischen Moosen oder Makroalgen. Genauer müsste es also aquatische Gefäßpflanzen heißen.

  • Gentner, S. R. (1977): Uptake and transport of iron and phosphate by Vallisneria spiralis L. In: Aquatic Botany, Volume 3/1977, pp 267-272

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