AquaRichtigs gesammelter Unsinn über…
Trinkwasser-Grenzwerte

Auch zur historischen Entwicklung der gesetzlichen Grenzwerte für die Trinkwasserqualität in Deutschland gibt es bei AquaRichtig Interessantes zu lesen:

„Zu denken geben sollte, dass die Grenzwerte unseres Trinkwassers immer höher gesetzt werden und mehr als bedenklich sind. Hier das Nitrat mit einem Grenzwert von bis 50 mg/l, der oft schon weit darüber liegt. Oder der Leitwert des Wassers mit bis zu unglaublichen 2790 µS“.

AquaRichtig: [Trink-Wasser, Leitungs-Wasser eine Gefahr für das Aquarium und die Fische]

AquaRichtigs Unsinn über…
Aufhärten der Karbonathärte mit Natriumhydrogencarbonat

Bei AquaRichtig spricht man von einem Aufhärten der Karbonathärte[1] mit Natriumhydrogencarbonat. Wie aus der Definition der Wasserhärte hervorgeht, ist der Prozess des Aufhärtens an den Begriff der Wasserhärte geknüpft. Die Wasserhärte wiederum ist an die Konzentration der Erdalkalien (Calcium, Magnesium etc.) geknüpft. Für ein Aufhärten ist somit ein Anstieg der Wasserhärte und somit der Erdalkalien-Konzentration im Wasser erforderlich. Von einem Aufhärten der Karbonathärte kann also nur dann gesprochen werden, wenn die Konzentration an Erdalkalimetall-Ionen erhöht wird. Dazu sind Salze der Erdalkalimetalle erforderlich. Mit einem Alkalimetallsalz wie Natriumhydrogencarbonat wird im Hinblick auf die Wasserhärte lediglich die Hydrogencarbonat-Konzentration und damit der Anteil der temporären Härte an der Gesamthärte erhöht, wobei die Gesamthärte aber unverändert bleibt. Daher kann nur von einem Anheben oder Erhöhen der Karbonathärte gesprochen werden. Von einem Aufhärten der Karbonathärte mit Natriumhydrogencarbonat zu sprechen, ist hier irreführend, weil die Konzentration an Erdalkalien und damit die Wasserhärte nicht erhöht wird. Mit Kalium- oder Natriumhydrogencarbonat wird daher folglich bestenfalls die Karbonat„härte“ anteilig angehoben, aber das Wasser nicht aufgehärtet.

Theorie und Praxis bei AquaRichtig
oder
die aquaristische Inkarnation des Flacherdlers

Bei AquaRichtig scheint man eine interessante Auffassung zum Verhältnis von Praxis (lies: Daten, Empirie) und Theorie (lies: eigenes Verständnis, mentales Modell, subjektive Überzeugung) zu haben.

Diese Auffassung manifestiert sich bei AquaRichtig beispielsweise in der Ansicht, dass viele Wasserpflanzen und andere Pflanzenarten, für die ein auf Ammonium adaptierter Stickstoffstoffwechsel praktisch (lies: empirisch) nachgewiesen ist, Ammonium gar nicht als Stickstoffquelle bevorzugen können, weil das theoretisch (lies: im aquarichtigschen mentalen Modell, der subjektiven Überzeugung) gar nicht sein kann. Die Präferenz dieser Pflanzenarten für Ammonium als Stickstoffquelle ist die Folge der physikalisch-chemischen Bedingungen an ihrem Standort. Ammonium-adaptiere Pflanzenarten leben regelmäßig an Standorten, an denen Bedingungen vorliegen, welche die Nitrfikation behindern. Diese Faktoren sind Sauerstoffarmut, niedriger pH-Wert, Hitze, Kälte oder Trockenheit. Deshalb ist Ammonium die dominierende anorganische Stickstoff-Verbindung an solchen Standorten.

AquaRichtig und Norbert Dörre:
gemeinsam auf dem Holzweg

AquaRichtig vertritt die steile These, tropische Fische und Pflanzen würden bei einer Wasserhärte über 10° dGH Zellschäden erleiden.

Im Artikel Trinkwasser, eine Gefahr für das Aquarium und die Fische schreibt AquaRichtig beispielsweise, dass eine GH über 10 […] auf Dauer das Zellsystem von Fischen und Pflanzen schädigt.

Daneben hat sich AquaRichtig bereits zuvor im Artikel Diskus Haltung im Aquarium wie in der Natur wie folgend geäuß:ert:

„Trotzdem ist der Diskus kein Problemfisch und auch nicht anfällig, wenn dieser richtig gehalten und gepflegt wird. Dazu gehört auf jeden Fall das richtige Wasser mit niedrigem pH Wert weil die Haltung dieses Fisches in Leitungswasser widernatürlich ist und den Fisch, wie alle Weichwasserfische in hartem Wasser stresst und belastet“.

AquaRichtig Unsinn über…
Gips zur Wasseraufhärtung

Bei AquaRichtig echauffiert man sich auch über die Empfehlung, Gips (Calciumsulfat) zum selektiven Aufhärten von Aquarienwasser zu verweden. Nähere oder schlüssige Ausführungen dazu darf der Leser aber wie üblich nicht erwarten. Bei AquaRichtig wird zudem offenbar das Calciumsalz Calciumsulfat verwendet, um die Magnesiumkonzentration im Wasser zu erhöhen, da angeblich Gips als Magnesium[1] verwendet werden soll.

Krause, Hückstedt und Gips

Zur Abrundung des Geschmäckles kommt hinzu, dass sowohl Krause als auch Hückstedt empfehlen, Gips zum Aufhärten von Aquarienwasser zu verwenden. Also Autoren, die von AquaRichtig in anderen Zusammenhängen für über jeden Zweifel erhaben erklärt wurden. So liest man bei Krause:

AquaRichtigs Unsinn über…
Ersatzhydrogencarbonate

Ein weiteres Argument von AquaRichtig gegen den Einsatz von Natriumhydrogencarbonat zur Wasseraufbereitung im Süßwasseraquarium ist, dass Natriumhydrogencarbonat nur ein „Ersatz-Hydrogencarbonat“ sei:

„Wasserwerte bleiben stabil wenn Calcium und Magnesiumhydrogencarbonate vor liegen und ausreichend CO2 im Wasser ist. Wasser mit Ersatz-Hydrogencarbonaten ist eine Gefahr.“

„Aufhärte-Salze müssen zwingend aus Calcium, Magnesium und Kalium bestehen und nicht aus Ersatz-Hydrogencarbonaten.“

„Leider sind bei Aufhärte-Salzen selten Inhalts-Angaben zu finden, sondern es wird pauschal Hydrogencarbonat deklariert. Die handelsüblichen KH-Test messen nur Hydrogencarbonat, egal ob echtes Hydrogencarbonat aus Calcium und Magnesium, oder Natrium und Kalium.“

[Natriumhydrogenkarbonat zum aufhärten der Karbonathärte oder doch nicht?]

AquaRichtig und H.-J. Krause

Bei AquaRichtig hat man anscheinend ein gespaltenes Verhältnis zu Krauses „Handbuch Aquarienwasser“:

„Auch H. J. Krause, sicher für Aquarianer glaubwürdiger als irgendwelche notorischen Besserwisser, führt an, dass es zu Problemen im Aquarium führt wenn das Wasser vorwiegend Natriumhydrogencarbonat, statt der wichtigen Erdalkali-Ionen enthält.“

[AquaRichtig: Natriumhydrogenkarbonat zum aufhärten der Karbonathärte oder doch nicht?]

„Auch H. J. Krause, mit dem wir in vielen Dingen nicht konform gehen, berichtete in seinen Aquarienhandbuch, dass die Harze im indirekten Wasserwechsel schaden nehmen würden.“

[AquaRichtig: Vollentsalzer oder Osmose-Anlage – Pro und Contra]

AquaRichtig
mangelnde Lese-, Formulierungs- oder Sachkompetenz?

Ich will AquaRichtig keineswegs Böswilligkeit oder schlechte Absichten unterstellen. Ich gehe vielmehr davon aus, dass die Ursache der zahlreichen Falschdarstellungen entweder darin liegt, dass die Sachverhalte falsch verstanden werden oder aber man sich bei AquaRichtig nicht angemessen schriftlich ausdrücken kann, um das sachlich richtige eigene Verständnis des Sachverhaltes auch zu vertextlichen. Für mich gibt es daher drei Erklärungsansätze dafür:

  1. Die sachlogisch fehlerhaften Ausführungen sind das Ergebnis mangelnder Lesekompetenz. Durch fehlerhaftes sinnentnehmendes Lesen werden Texinformation falsch interpretiert. Dadurch wird ein fehlerhaftes mentales Modell des beschriebenen Sachverhalts gebildet. Dieses fehlerhafte mentale Modell wird in den Beiträgen wiedergegeben.

AquaRichtigs gesammelter Unsinn über…
Spaltöffnungen bei Wasserpflanzen

Wie man den Äußerungen an verschiedenen Stellen (u. a. in [1];[2];[3];[4]) entnehmen kann, ist man bei AquaRichtig der Auffassung, dass Wasserpflanzen keine Spaltöffnungen besitzen.

Mitlerweile hat man bei AquaRichtig wohl Einsicht gewonnen besteht aber darauf, dass man mit dem Begriff „Wasserpflanzen“ ausschließlich Unterwasserpflanzen meint und immer schon gemeint hat. Mag sein. Nur hat man das erst sehr spät zum Ausdruck gebracht. Bei einem bloßen sematischen Missverstehen sollte es in Anbetracht der vorgetragenen Argumenten schnell als Streit um des Kaisers Bart erkannt worden und entsprechend angemerkt worden sein. Es mag also von der intendierten Aussage her ein Streit um des Kaisers Bart sein. Meinerseits war jedenfalls von beginn an ausdrücklich vorgetragen worden, dass dem Begriff „Wasserpflanzen“ nicht ausschließlich Unterwasserpflanzen gemeint sin, wi8e die Verweise auf Schwimmblattpflanzen wie Seerosen zeigen.

AquaRichtig und das Prädikat „wissenschaftlich fundiert“

AquaRichtig erhebt den Anspruch, wissenschaftlich fundierte Informationen zu Fragen und Problemen rund um die Süßwasseraquaristik zu bieten. Dieser Anspruch manifestiert sich unter anderem darin, dass AquaRichtig wissenschaftliche Quellen heranzieht, um die eigenen Behauptungen zu untermauern oder man sich auf (angebliche) akademische Expertenaussagen beruft. Weiterhin manifestiert sich der Anspruch ausdrücklichen Wortes in Formulierungen wie wissenschaftlich fundierte Berichte, es wissenschaftlich fundiert zu erklären oder wissenschaftlich nachgewiesen. AquaRichtig erhebt also insgesamt den Anspruch, die eigenen Ausführungen spiegelten im Kern den Konsens der Wissenschaft zum jeweiligen Sachverhalt wieder.

Diesen selbst erhobenen Anspruch erfüllt aber AquaRichtig nicht. Die Ausführungen widersprechen dem Stand der Wissenschaft zum jeweiligen Sachverhalt oft eklatant und negieren mitunter fundamentale Naturgesetze.