AquaRichtigs gesammelter Unsinn über …
Wasserenhärtung durch Natriumhydrogencarbonat

Einerseits ist man bei AquaRichtig offenbar der Ansicht, sogenannte Ersatz-Hydrogencarbonate wie Natriumhydrogencarbonat, hätten keinen Einfluss auf das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht, weil sie nicht zum „Kalk-Kohlensäure-Puffer“ beitragen. Anderseits behauptet man, Wasser würde mit Natriumhydrogencarbonat enthärtet werden. Dabei würden nahezu alle Härtebildner aus dem Wasser entfernt werden. Dies führe zu einem akuten Mangel an Calcium und Magnesium.

Letzteres setzt allerdings voraus, dass Ersatz-Hydrogencarbonate wie Natriumhydrogencarbonat einen Einfluss auf das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht haben. Natriumhydrogencarbonat könnte nur dann zur Wasserenthärtung eingesetzt werden, WENN es sich auf das chemische Gleichgewicht des Kalk-Kohlensäure-Gleichgewichts im Wasser auswirkt.

AquaRichtig über …
Leiden, Schmerzen und Schäden bei Aquarienfischen in zu hartem Wasser

Zu hartes Wasser verursacht laut AquaRichtig Schmerzen, Leiden und Schäden bei Aquarienfischen[1]. Die Behauptung knüpft an den Wortlaut von §2 Satz 2 Tierschutzgesetz an. Insbesondere zielt AquaRichtig dabei auf angeblichen Salzstress durch hartes Wasser ab. Eine Behauptung, die von AquaRichtig zuerst zu konkretisieren und dann zu beweisen ist. Mit der Unterscheidung zwischen einer Behauptung, einem Beweis und einem Argument scheint man aber ebenfalls Schwierigkeiten zu haben. Zumindest hat man aber erkannt, dass dazu im Tierschutzgerecht [sic!] nichts klar geregelt ist.

Die Ausnutzung der Toleranzgrenze sei laut AquaRichtig Humbug, denn für viele Fische, besonders Diskus, Neons, etc. gäbe es diese nicht, zumindest nicht in der Art, wie ich sie darzustellen versuche.

AquaRichtig über
Furmanek, den Wendehals

Bei AquaRichtig hält man es offenbar für eine Tugend, seine Ansichten wider besseres Wissen beizubehalten und diese irrigen Ansichten bis aufs Blut mit allen eristischen Mitteln zu verteidigen. Was von einem hochgradig ehrbaren und aufrichtigen Charakter zeugt.

Man stelle sich vor, man würde der Wissenschaft vorwerfen, heute vielfach andere Dinge zu behaupten, also noch vor 100 Jahren. Wer so denkt, hat weder das wissenschaftliche Prinzip noch den Zweck von Wissenschaft überhaupt verstanden.

AquaRichtigs Unsinn über …
Grundwasser und Trinkwasser

Bei AquaRichtig hat man offenbar Schwierigkeiten damit, zwischen Grundwasser und Trinkwasser zu unterschieden. Die Behauptung, der Grenzwert für Nitrat und andere Parameter im Trinkwasser sei immer weiter angehoben worden und würde vielerorts dennoch überschritten, soll mit dem Problem der Nitratbelastung des Grundwassers begründet werden. Dass Trinkwasser und Grundwasser zwei verschiedene Sachverhalte sind, scheint dabei nicht weiter von Belang zu sein. Ich sage es ja, Textkompetenz ist keine aquarichtigsche Stärke.

Es mag zwar zutreffen, dass die Nitratbelastung des Grundwassers sich auch indirekt auf die Trinkwasserqualität auswirkt, weil zur Einhaltung des gesetzlichen Grenzwertes ein erhöhter Aufbereitungsaufwand erforderlich ist, wenn derart belastetes Grundwasser zur Trinkwassergewinnung genutzt wird. Damit sind auch höhere Kosten verbunden. Dennoch kann nicht von der Nitrat-Konzentration im Grundwasser darauf geschlossen werden, dass diese im Trinkwasser dann ebenfalls so hoch ist.

AquaRichtig gesammelter Unsinn über… Rechtsnormen für die Haltung von Aquarienfischen

Zu den in Deutschland geltenden Rechtsnormen für die Haltung von Aquarienfischen hat man bei AquaRichtig ebenfalls spezielle Ansichten. AquaRichtig spricht von einem Tierschutz Gesetz für die Haltung von Zierfischen[1] und in diesem Tierschutzgesetz, auch für Zierfische seien Haltungs-Bedingungen […] klar geregelt[2]. Im Beitrag Leitungs-Wasser eine Gefahr für das Aquarium und die Fische führt man dazu folgendermaßen aus:

„[…]Zierfische [werden] zu schätzungsweise 80% in Aquarien gehalten die ihrem Anspruch nicht gerecht werden und dem Tierschutzgesetz für die Haltung exotischer Fische teilweise eklatant widersprechen. Das Tierschutzgesetz beinhaltet nur geringe Toleranzen für die Haltung von Zierfischen in Bezug auf pH-Wert, Härte, Leitwert und Aquariengrößen für die jeweiligen Arten“.

AquaRichtigs gesammelter Unsinn über …
Trinkwasser-Grenzwerte

Auch zur historischen Entwicklung der gesetzlichen Grenzwerte für die Trinkwasserqualität in Deutschland gibt es bei AquaRichtig Interessantes zu lesen:

„Zu denken geben sollte, dass die Grenzwerte unseres Trinkwassers immer höher gesetzt werden und mehr als bedenklich sind. Hier das Nitrat mit einem Grenzwert von bis 50 mg/l, der oft schon weit darüber liegt. Oder der Leitwert des Wassers mit bis zu unglaublichen 2790 µS“.

AquaRichtig: [Trink-Wasser, Leitungs-Wasser eine Gefahr für das Aquarium und die Fische]

AquaRichtigs Unsinn über …
Aufhärten der Karbonathärte mit Natriumhydrogencarbonat

Bei AquaRichtig spricht man von einem Aufhärten der Karbonathärte[1] mit Natriumhydrogencarbonat. Wie aus der Definition der Wasserhärte hervorgeht, ist der Prozess des Aufhärtens an den Begriff der Wasserhärte geknüpft. Die Wasserhärte wiederum ist an die Konzentration der Erdalkalien (Calcium, Magnesium etc.) geknüpft. Für ein Aufhärten ist somit ein Anstieg der Wasserhärte und somit der Erdalkalien-Konzentration im Wasser erforderlich. Von einem Aufhärten der Karbonathärte kann also nur dann gesprochen werden, wenn die Konzentration an Erdalkalimetall-Ionen erhöht wird. Dazu sind Salze der Erdalkalimetalle erforderlich. Mit einem Alkalimetallsalz wie Natriumhydrogencarbonat wird im Hinblick auf die Wasserhärte lediglich die Hydrogencarbonat-Konzentration und damit der Anteil der temporären Härte an der Gesamthärte erhöht, wobei die Gesamthärte aber unverändert bleibt. Daher kann nur von einem Anheben oder Erhöhen der Karbonathärte gesprochen werden. Von einem Aufhärten der Karbonathärte mit Natriumhydrogencarbonat zu sprechen, ist hier irreführend, weil die Konzentration an Erdalkalien und damit die Wasserhärte nicht erhöht wird. Mit Kalium- oder Natriumhydrogencarbonat wird daher folglich bestenfalls die Karbonat„härte“ anteilig angehoben, aber das Wasser nicht aufgehärtet.

Theorie und Praxis bei AquaRichtig
oder
die aquaristische Inkarnation des Flacherdlers

Bei AquaRichtig scheint man eine interessante Auffassung zum Verhältnis von Praxis (lies: Daten, Empirie) und Theorie (lies: eigenes Verständnis, mentales Modell, subjektive Überzeugung) zu haben.

Diese Auffassung manifestiert sich bei AquaRichtig beispielsweise in der Ansicht, dass viele Wasserpflanzen und andere Pflanzenarten, für die ein auf Ammonium adaptierter Stickstoffstoffwechsel praktisch (lies: empirisch) nachgewiesen ist, Ammonium gar nicht als Stickstoffquelle bevorzugen können, weil das theoretisch (lies: im aquarichtigschen mentalen Modell, der subjektiven Überzeugung) gar nicht sein kann. Die Präferenz dieser Pflanzenarten für Ammonium als Stickstoffquelle ist die Folge der physikalisch-chemischen Bedingungen an ihrem Standort. Ammonium-adaptiere Pflanzenarten leben regelmäßig an Standorten, an denen Bedingungen vorliegen, welche die Nitrfikation behindern. Diese Faktoren sind Sauerstoffarmut, niedriger pH-Wert, Hitze, Kälte oder Trockenheit. Deshalb ist Ammonium die dominierende anorganische Stickstoff-Verbindung an solchen Standorten.

AquaRichtig und Norbert Dörre:
gemeinsam auf dem Holzweg

AquaRichtig vertritt die steile These, tropische Fische und Pflanzen würden bei einer Wasserhärte über 10° dGH Zellschäden erleiden.

Im Artikel Trinkwasser, eine Gefahr für das Aquarium und die Fische schreibt AquaRichtig beispielsweise, dass eine GH über 10 […] auf Dauer das Zellsystem von Fischen und Pflanzen schädigt.

Daneben hat sich AquaRichtig bereits zuvor im Artikel Diskus Haltung im Aquarium wie in der Natur wie folgend geäuß:ert:

„Trotzdem ist der Diskus kein Problemfisch und auch nicht anfällig, wenn dieser richtig gehalten und gepflegt wird. Dazu gehört auf jeden Fall das richtige Wasser mit niedrigem pH Wert weil die Haltung dieses Fisches in Leitungswasser widernatürlich ist und den Fisch, wie alle Weichwasserfische in hartem Wasser stresst und belastet“.

AquaRichtig Unsinn über …
Gips zur Wasseraufhärtung

Bei AquaRichtig echauffiert man sich auch über die Empfehlung, Gips (Calciumsulfat) zum selektiven Aufhärten von Aquarienwasser zu verweden. Nähere oder schlüssige Ausführungen dazu darf der Leser aber wie üblich nicht erwarten. Bei AquaRichtig wird zudem offenbar das Calciumsalz Calciumsulfat verwendet, um die Magnesiumkonzentration im Wasser zu erhöhen, da angeblich Gips als Magnesium[1] verwendet werden soll.

Krause, Hückstedt und Gips

Zur Abrundung des Geschmäckles kommt hinzu, dass sowohl Krause als auch Hückstedt empfehlen, Gips zum Aufhärten von Aquarienwasser zu verwenden. Also Autoren, die von AquaRichtig in anderen Zusammenhängen für über jeden Zweifel erhaben erklärt wurden. So liest man bei Krause: