AquaRichtigs gesammelter Unsinn über…
freie und gebundene Kohlensäure

Laut AquaRichtig ist […] CO2 […] bei pH Werten über 7,0 […] an die Karbonate, als sogenanntes Gleichgewichts CO2 gebunden und für Pflanzen nicht verwertbar. Ebenso erfolgt angeblich beim chemischen Vorgang der CO2 Entziehung aus den Karbonaten eine weitere chemische Reaktion, nämlich, dass Calciumcarbonat (CaCO3) ausgefällt wird.

Offenbar vermengt man hier bei AquaRichtig die Begriffe Gleichgewichtskohlensäure und gebundene Kohlensäure sowie Carbonate und Hydrogencarbonate. Im Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht (KKG) sind die folgenden Anteile der Kohlensäure bekannt:

  • freie Kohlensäure: gelöstes Kohlendioxid CO2 und die daran geknüpfte Kohlensäure H2CO3
  • gebundende Kohlensäure: im Wasser gelöste Hydrogencarbonat- (HCO3) und Carbonat- (CO32-) Ionen.

Sind 35 mg/l CO2 nun ausreichend oder mutig?

Auch hier erkennt man bei AquaRichtig nicht, dass man sich in Widersprüche verwickelt. Im Beitrag Vollentsalzer oder Osmose-Anlage – Pro und Contra heißt es zunächst:

„Ein weiterer Vorteil der Vollentsalzung ist, das [sic!] die eingestellten Wasserwerte nahezu konstant bleiben und man bei einer Karbonat-Härte von 2, mit einem pH von 6,2 auch ausreichend freies CO2 im Wasser hat“.

[Vollentsalzer oder Osmose-Anlage – Pro und Contra]

Konkret bedeutet dies, dass bei einer Karbonat-Härte von 2, mit einem pH von 6,2 eine CO2-Konzentration von etwa 35 mg/l im Wasser vorliegt. Kurz darauf heißt bei AquaRichtig dagegen:

Wird durch CO2-Düngung die Karbonathärte erhöht?

Im aquaristischen Internet wird immer wieder mal die These geäußert, dass bei CO2-Düngung über die entstehende Kohlensäure die Karbonathärte im Aquariumwasser erhöht würde. Im Artikel Biogene Entkalkung durch CO2 Mangel im Aquarium bei AquaRichtig ist beispielsweise Folgendes zu lesen:

„Kohlenstoffdioxid reagiert in Wasser in einem verschwindend kleinen Anteil von weniger als 1 % zu Kohlensäure (H2CO3)“.

„Wie der Name Kohlensäure schon sagt, ist diese eine Säure die bei CO2 Einleitung in das Aquarium auch für eine Senkung des pH durch H+-Ionen verantwortlich ist“.

„[…]

„Bei einer Überdosierung von CO2 ist somit auch durchaus eine Erhöhung der Karbonathärte möglich“.

CO2 entsteht bei AquaRichtig aus dem Nichts

Bei AquaRichtig entsteht CO2 offenbar aus dem Nichts, denn in Vollentsalzer oder Osmose-Anlage – Pro und Contra heißt es:

„Ein weiterer Vorteil der Vollentsalzung ist, das [sic!] die eingestellten Wasserwerte nahezu konstant bleiben und man bei einer Karbonat-Härte von 2, mit einem pH von 6,2 auch ausreichend freies CO2 im Wasser hat“.

[Vollentsalzer oder Osmose-Anlage – Pro und Contra]

An anderer Stelle schlägt man bei AquaRichtig in die selbe Kerbe:

„Richtiges Wasser für Weichwasserfische, wie Diskus, Neons, Corydoras und viele andere hat einen idealen pH Wert von 6,2 – 6,3 und KH von 2 – 3 und diese Werte können Sie nur mit Vollentsalzer Kati und Ani, durch das stark saure Kationenharz, ohne irgendwelche Hilfsmittelchen wie CO2 Zugabe oder Torffilterung, etc. herstellen!“

AquaRichtigs gesammelter Unsinn über…
den pH-Wert

Auch zum pH-Wert hat man bei AquaRichtig interessante Ansichten. So scheint es bereits Schwierigkeiten beim grundsätzlichen Verständnis der Zusammenhänge bei diesem Wasserparameter zu geben:

„Ideal […] ist ein pH Wert von 6,2 bei […] einem guten Verhältnis von H+ und OH- Ionen“.

[AquaRichtig: Biogene Entkalkung durch CO2 Mangel im Aquarium]

Die Formulierung ergibt nur dann Sinn, wenn man annimmt, dass der pH-Wert und das Verhältnis von H+ und OH Ionen unabhängige chemische Parameter sind. Sie hängen allerdings untrennbar zusammen.

AquaRichtigs gesammlter Unsinn über
biogenene Entkalkung

Im Artikel Biogene Entkalkung durch CO2 Mangel im Aquarium spricht AquaRichtig davon, dass es in Folge von CO2-Mangel im Aquarium eines Kunden zu einem Säuresturz durch biogene Entkalkung gekommen sei.

Gemäß dem bei AquaRichtig veröffentlichten Artikel erlebte ein Aquarianer den gefürchteten Säuresturz. Der Aquarianer stellte laut AquaRichtig bei einer Routinemessung der Wasserwerte fest, dass die Karbonathärte nicht mehr nachweisbar war, während der pH Wert auf beinahe 9, bei einer normalen Gesamthärte stand.

Laut AquaRichtig sei die Ursache für die schwindende Karbonathärte und den steigenden pH Wert‘ die biogene Entkalkung des Wassers welche zum gefürchteten Säuresturz führte.