AquaRichtigs gesammleter Unsinn über… Pflanzenernährung – Ist Nitrat essentiell für (Wasser)pflanzen? Teil 3: Ammonium vs. Nitrat

Bei AquaRichtig behauptet man weiterhin steif und fest, dass Wasserpflanzen Nitrat über Ammonium als Stickstoffquelle bevorzugen, wozu man dazu allerlei vermeintliche Belege heranzerrt. So zitiert man unter anderem einzelne Sätze aus Schulze/Beck/Müller-Hohenstein (2002) und vom Internetauftritt des Forschungsprogramms PLANT 2030 am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie. Die Aussagen beziehen sich aber vermutlich auf terrestrische Pflanzen, wie aus dem Kontext beider Publikationen hervorgeht.

Da man bei AquaRichtig offenbar gern einzelne opportune Sätze zitiert, die vermeintlich apodiktisch die einzige Wahrheit in Gänze abbilden, möchte ich dem gleichtun und die Frage, ob Wasserpflanzen nun Ammonium oder Nitrat als Stickstoffquelle bevorzugen, zumindest vorläufig allein auf diesem Wege beantworten.

AquaRichtig über Ammoniak und pH >7

Bei AquaRichtig wird Ammonium offenbar nur bei pH-Werten unter 7,0 zu Nitrit oxidiert[. Tatsächlich liegt das Maximum der Nitrifikationsleistung für Nitrifizierer der Gattungen Notrosomonas und Nitrobacter zwischen etwa pH 7,5 und 9,5, wie aus zahlreichen mikrobiologischen Publikationen hervorgeht. Die Zahlen mögen im einzelnen etwas abweichen, in der Gesamtbetrachtung behält die Aussage aber ihre Gültigkeit.

Obwohl es das vom pH-Wert abhängige Dissoziationsverhalten von Ammonium und Ammoniak unbestreitbar gibt, scheint für AquaRichtig der alkalische pH-Wert nicht nur eine notwendige, sondern bereits die allein hinreichende Bedingung für gefährliche Ammoniak-Konzentrationen im Aquarium zu sein. Dem ist aber nicht so. Denn dazu bedarf es zwingend auch entsprechend hoher Gesamt-Ammonia-Konzentrationen. Im Regelbetrieb kommt es aber aufgrund der Nitrifikation nicht dazu. Ausnahmen wie ein katastrophales Versagen der Filterung zähle ich gerade nicht zum Regelbetrieb.

AquaRichtigs gesammelter Unsinn über… Pflanzenernährung – Ist Nitrat essentiell für (Wasser)pflanzen? Teil 2: Stickstoffassimilation

Die Stickstoffassimilation ist nach der Fotosynthese wohl einer der bedeutendsten Vorgänge im Pflanzenstoffwechsel. Die wichtigsten Teilprozesse der Stickstoffassimilation sind dabei die Nitratsassimilation und die Ammoniumassimilation. Bei der Ammoniumassimilation findet die Synthese organischer Stickstoffverbindungen aus anorganischem Stickstoff aus Ammonium statt. Die Nitratassimilation erfolgt ausschließlich dann, wenn von der Pflanze Stickstoff in Form von Nitrat aufgenommen wird. Dabei wird Nitrat zu Ammonium reduziert. Anschließend wird Ammonium im Zuge der Ammoniumassimilationzur Synthese von Asparagin und Glutamin verwendet. Diese bilden die Aussgangsstoffe zur Synthese aller von der Pflanze benötigten organischen Stickstoffverbindungen, von der einzelnen Aminosäure bishin zu – unter anderem – Proteinen, Enzymen und Chlorophyll.

AquaRichtigs gesammelter Unsinn über… Pflanzenernährung – Ist Nitrat essentiell für (Wasser)pflanzen? Teil 1: Elemente und Verbindungen

Auf den Seiten von AquaRichtig wird im Artikel Nitrat ist wichtig für Pflanzen, nicht nur im im Aquarium die These vertreten, Nitrat sei essentiell für Pflanzen.

Aus den Ausführungen bei AquaRichtig geht nicht eindeutig hervor, was man mit der Behauptung, Nitrat sei essentiell für Pflanzen, überhaupt meint. Das heißt, auf welche pflanzenphysiologischen Prozesse man sich dabei bezieht.

Meint man, dass Nitrat essentiell ist, weil Pflanzen keine andere Stickstoffverbindungen als Quelle dieses essentiellen Nährelements nutzen können, oder meint man, Nitrat sei aufgrund spezifischer Eigenschaften für Pflanzen aus anderen, nicht näer genannten Gründen essentiell?

AquaRichtig und…
ein eingebildetes Dilemma bei der Wasseraufbereitung

Bei AquaRichtig ist man im Beitrag Diskus Aquarium und Silikat-Kieselsäure im Leitungswasser der Auffassung, dass sich mit einem Vollentsalzer mit stark basischem Anionentauscherharz kein saures, vollentsalztes Wasser aufbereiten ließe:

„Mit [einem Vollentsalzer mit schwach basischen Anionentauscher] ist jeder gewünschte pH einstellbar, mit Mischbett (stark sauer, stark basisch) ein pH von ca. 7,0 nach Aufhärtung.“

Zur Kritik der aquarichtigen Ausführungen ist auch hier erforderlich, die Formulierungen sinnstiftend zu interpretieren, um sich überhaupt inhaltlich mit ihnen auseinandersetzen zu können.

AquaRichtigs gesammelter Unsinn über…
Chlorid im Süßwasseraquarium

Auch zu Chlorid im Süßwasseraquarium hat man bei AquaRichtig eigenwillige Ansichten. Im Folgenden werde ich im Laufe der Zeit die unterschiedlichen Ansichten von AquaRichtig zu Chlorid im Süßwasseraquarium erörtern.

Anstieg der Chlorid-Konzentration durch Entcarbonisierung mit Salzsäure

Bei AquaRichtig ist man offenbar der Auffassung, dass meine Aussage:

„Senkt man die Karbonathärte um 1°d KH (0,36 mmol/l HCO3) mit Salzsäure, steigt die Chlorid-Konzentration um 0,36 mmol/l oder 12,8 mg/l“.

und die aquarichtigsche Äußerung:

„Chlorid verunreinigt das Aquarienwasser welches damit angereichert wird. Eine Senkung der KH um ein Grad mit Salzsäure bringt ca. 15 mg/l Chlorid mit entsprechender Erhöhung der Leitfähigkeit in das Wasser“.

Anmerkungen zu AquaRichtig und meinem „Blödsinn über die angeblich so schädlichen Säuren des stark sauren Kationen-Austauscher“

Heute kommt man bei AquaRichtig mit der nächsten Episode der Furmanek-Sage um die Ecke. Jetzt behaupte ich angeblich irgendeinen Blödsinn über die angeblich so schädlichen Säuren des stark sauren Kationen-Austauscher. Wie üblich gibt es einen tatsächlichen Anknüpfungspunkt, eine oder mehrere Aussagen von mir, auf die man bei AquaRichtig damit Bezug nimmt. Die Quintessenz dieser Aussagen hat aber nichts mit Säuren zu tun, welche ich angeblich für schädlich halte. Würde man bei AquaRichtig klar ausdrücken, auf welche meiner Aussage(n) man sich konkret bezieht, könnte ich auch ebenso konkret auf diese Anwürfe eingehen. Da man sich bei AquaRichtig aber offenbar zu schade dafür ist, bleibt mir das verwehrt und ich kann darüber nur nach bestem Wissen und Gewissen mutmaßen. Wenn jemand aber Mineralsäuren zur Wasseraufbereitung für schädlich hält, dann ist das AquaRichtig.

AquaRichtigs Unsinn über…
Löslichkeit und Giftigkeit von Ammoniak

AquaRichtig meint, dass die Giftigkeit des Ammoniaks für unsere Fische (auch Mikroorganismen und Pflanzen) damit zusammen hängt, dass Ammoniak besonders gut in Wasser gelöst wird. Besonders bei Zimmertemperatur, wie diese in etwa in unseren Aquarien gegeben ist, sei die Löslichkeit des Ammoniak immens hoch, weil sich eine zigfache Menge an Ammoniakgas zu der Literzahl des Wassers daraus entwickeln könne. [].

Die Giftigkeit einer Substanz wird unter anderem an ihrer toxikologisch wirksamen Dosis oder Konzentration gemessen. Dabei ist die Giftigkeit einer Substanz umgekehrt proportional zu ihrer toxikologisch wirksamen Dosis oder Konzentration. Eine Substanz ist also um so giftiger, je niedriger die erforderliche Dosis oder Konzentration ist, mit der ihre Gitftwirkung einhergeht.

AquaRichtigs Unsinn über …
Kiemenverschleimung durch hartes Wasser

Im neuesten kataphasischen Erguss fabuliert man bei AquaRichtig von Kiemenverschleimung durch hartes Wasser. In hartem und damit meist alkalischem Wasser soll es bei Weichwasserfischen (oder auch bei Fischen generell?) aufgrund der insgesamt günstigeren Lebensbedingungen für Keime zu einem hohen Keimdruck kommen. Das ist insoweit auch durchaus grundsätzlich richtig. Dieser soll zu einer Verschleimung der Kiemen führen, was unter anderem den Gasaustausch über sie erheblich behindert. Was ich – so wie es von AquaRichtig dargestellt wird – für absurd halte.

AquaRichtigs Unsinn über …
Aufhärten der Karbonathärte mit Natriumhydrogencarbonat

Bei AquaRichtig spricht man von einem Aufhärten der Karbonathärte[1] mit Natriumhydrogencarbonat. Wie aus der Definition der Wasserhärte hervorgeht, ist der Prozess des Aufhärtens an den Begriff der Wasserhärte geknüpft. Die Wasserhärte wiederum ist an die Konzentration der Erdalkalien (Calcium, Magnesium etc.) geknüpft. Für ein Aufhärten ist somit ein Anstieg der Wasserhärte und somit der Erdalkalien-Konzentration im Wasser erforderlich. Von einem Aufhärten der Karbonathärte kann also nur dann gesprochen werden, wenn die Konzentration an Erdalkalimetall-Ionen erhöht wird. Dazu sind Salze der Erdalkalimetalle erforderlich. Mit einem Alkalimetallsalz wie Natriumhydrogencarbonat wird im Hinblick auf die Wasserhärte lediglich die Hydrogencarbonat-Konzentration und damit der Anteil der temporären Härte an der Gesamthärte erhöht, wobei die Gesamthärte aber unverändert bleibt. Daher kann nur von einem Anheben oder Erhöhen der Karbonathärte gesprochen werden. Von einem Aufhärten der Karbonathärte mit Natriumhydrogencarbonat zu sprechen, ist hier irreführend, weil die Konzentration an Erdalkalien und damit die Wasserhärte nicht erhöht wird. Mit Kalium- oder Natriumhydrogencarbonat wird daher folglich bestenfalls die Karbonat„härte“ anteilig angehoben, aber das Wasser nicht aufgehärtet.