AquaRichtigs Unsinn über…
Kiemenverschleimung durch hartes Wasser

Im neuesten kataphasischen Erguss fabuliert man bei AquaRichtig von Kiemenverschleimung durch hartes Wasser. In hartem und damit meist alkalischem Wasser soll es bei Weichwasserfischen (oder auch bei Fischen generell?) aufgrund der insgesamt günstigeren Lebensbedingungen für Keime zu einem hohen Keimdruck kommen. Das ist insoweit auch durchaus grundsätzlich richtig. Dieser soll zu einer Verschleimung der Kiemen führen, was unter anderem den Gasaustausch über sie erheblich behindert. Was ich – so wie es von AquaRichtig dargestellt wird – für absurd halte.

AquaRichtigs Unsinn über…
Aufhärten der Karbonathärte mit Natriumhydrogencarbonat

Bei AquaRichtig spricht man von einem Aufhärten der Karbonathärte[1] mit Natriumhydrogencarbonat. Wie aus der Definition der Wasserhärte hervorgeht, ist der Prozess des Aufhärtens an den Begriff der Wasserhärte geknüpft. Die Wasserhärte wiederum ist an die Konzentration der Erdalkalien (Calcium, Magnesium etc.) geknüpft. Für ein Aufhärten ist somit ein Anstieg der Wasserhärte und somit der Erdalkalien-Konzentration im Wasser erforderlich. Von einem Aufhärten der Karbonathärte kann also nur dann gesprochen werden, wenn die Konzentration an Erdalkalimetall-Ionen erhöht wird. Dazu sind Salze der Erdalkalimetalle erforderlich. Mit einem Alkalimetallsalz wie Natriumhydrogencarbonat wird im Hinblick auf die Wasserhärte lediglich die Hydrogencarbonat-Konzentration und damit der Anteil der temporären Härte an der Gesamthärte erhöht, wobei die Gesamthärte aber unverändert bleibt. Daher kann nur von einem Anheben oder Erhöhen der Karbonathärte gesprochen werden. Von einem Aufhärten der Karbonathärte mit Natriumhydrogencarbonat zu sprechen, ist hier irreführend, weil die Konzentration an Erdalkalien und damit die Wasserhärte nicht erhöht wird. Mit Kalium- oder Natriumhydrogencarbonat wird daher folglich bestenfalls die Karbonat„härte“ anteilig angehoben, aber das Wasser nicht aufgehärtet.

AquaRichtig Unsinn über…
Gips zur Wasseraufhärtung

Bei AquaRichtig echauffiert man sich auch über die Empfehlung, Gips (Calciumsulfat) zum selektiven Aufhärten von Aquarienwasser zu verweden. Nähere oder schlüssige Ausführungen dazu darf der Leser aber wie üblich nicht erwarten. Bei AquaRichtig wird zudem offenbar das Calciumsalz Calciumsulfat verwendet, um die Magnesiumkonzentration im Wasser zu erhöhen, da angeblich Gips als Magnesium[1] verwendet werden soll.

Krause, Hückstedt und Gips

Zur Abrundung des Geschmäckles kommt hinzu, dass sowohl Krause als auch Hückstedt empfehlen, Gips zum Aufhärten von Aquarienwasser zu verwenden. Also Autoren, die von AquaRichtig in anderen Zusammenhängen für über jeden Zweifel erhaben erklärt wurden. So liest man bei Krause:

AquaRichtigs Unsinn über…
Reduzierung von Ammonium zu Nitrat als wichtiger Bestandteil vieler Biosynthesen

Bei AquaRichtig faselt man nicht zum ersten mal etwas davon, dass die Reduzierung von Ammonium zu Nitrat durchaus ihren Sinn habe, denn Nitrat ist ein wichtiger Bestandteil vieler Biosynthesen[1]. Auch in der quadzillionsten Wiederholung werden diese Behauptungen aber nicht richtiger.

Oxidation, Reduktion und Redoxreaktion

Zunächst ein paar wichtige chemische Grundlagen:
Eine Oxidation ist eine chemische Reaktion, bei der ein Atom Elektronen abgibt. Seine Oxidationszahl wird dabei um die Zahl der abgegebenen Elektronen erhöht. Eine Reduktion ist eine chemische Reaktion, bei der ein Atom Elektronen aufnimmt. Seine Oxidationszahl sinkt dabei um die Zahl der aufgenommen Elektronen. Da beide Reaktionen zeitgleich stattfinden müssen, wird auch von Redoxreaktionen gesprochen.

AquaRichtig und anionentauschendes Zeolith

Von AquaRichtig wurde mir wiederholt vorgehalten, ich würde behaupten, Zeolithe könnten auch anionische Huminsäuren aufnehmen. In der neustens Ausprägung im folgenden Wortlaut:

„Er erfindet sogar, dass Kationen austauschendes Zeolith auch Anionen und Huminstoffe auf nimmt und manche seiner Trottel glauben es sogar“.

[Dennis Furmanek www.aquarichtiger.de Kritiker oder paranoider Stalker?]

Diese Ansicht kann nur dann subjektiv logisch widerspruchsfrei sein, wenn man wie offenbar AquaRichtig, irrigerweise annimmt, dass:

  1. Zeolithe ausschließlich Kationentauscher sind und keine anderen Mechanismen besitzen, Stoffe aufzunehmen
  2. Huminstoffe und Huminsäuren synonyme Begriffe sind
  3. Huminsäuren beziehungsweise Huminstoffe immer vollständig in Ionen dissoziiert im Wasser vorliegen

AquaRichtigs gesammelter Unsinn über…
Entkarbonisierung mit Salzsäure

Im Beitrag Vollentsalzer oder Osmose-Anlage – Pro und Contra gibt es jetzt eine weitere Episode der aquarichtigschen Horrorgeschichten zu lesen:

Die ganz harten Profis raten zur Senkung des pH-Wertes Salzsäure zu verwenden. Wir haben ob dieser hirnrissigen Methode der pH-Senkung schon Diskus mit triefenden Schleimhäuten zu sehen bekommen. Gibt man Salzsäure dem Wasser zu bilden sich daraus pH-Wert senkende H+-Ionen und Chlorid-Ionen. Näher darauf ein zu gehen ist im Grunde müssig.

Dass man ob dieser hirnrissigen Methode der pH-Senkung schon Diskus mit triefenden Schleimhäuten zu sehen bekommen hat, liegt weniger an der Methode als an ihrer fehlerhaften Anwendung liegen. Womöglich ist es auch ein bloßes Fantasieprodukt von AquaRichtig.

AquaRichtigs Unsinn über…
plötzlichen Fischtod durch Lungenödeme

Ein weiteres Schmankerl aquarichtigscher Kompetenz ist die Behauptung in Ammoniak im Aquarium, dass von Ammoniak verursachte […]Lungenödeme für plötzlichen Fischtod verantwortlich seien.

Nun führt Ammoniak zwar tatsächlich zu Lungenödemen. Jetzt aber die Preisfrage: Wie viele Fischarten verfügen über Lungen? Ja, es gibt da beispielsweise die Lungenfische oder Dipnoi oder die Flösselhechte und -aale. Nur sind diese wenigen Arten aber weder für alle Knochenfische noch für Aquarienfische repräsentativ, dass eine derartige Verallgemeinerung zulässig wäre.

Die Tatsache, dass Fische regulär über Kiemen atmen, sollte wohl auch bei AquaRichtig bekannt sein. Das lernst man aber wohl nicht beim Studium der Heilpraktik. Ein Paradebeispiel aquarichtigscher Sachkompetenz.