AquaRichtigs gesammelter Unsinn über… (Zell)atmung

Bei der Atmung wird in Zellatmung, innere und äußere Atmung unterschieden. Dabei ist:

  • Zellatmung = biochemische Prozesse zur Energiegewinnung in der einzelnen Zelle
  • innere Atmung = Gasaustausch zwischen Zellen, Geweben und Organen innerhalb des Organismus
  • äußere Atmung = Gasaustausch des Organismus mit der Umwelt

Wenn man bei AquaRichtig also schreibt Pflanzen geben in der Nacht CO2 durch Zellatmung ab[] oder aerobe Bakterien und Pflanzen geben durch Zellatmung CO2 ab[], dann meint man in der Sache offenbar tatsächlich gerade nicht die Zellatmung, sondern die äußere Atmung, also den Gasaustausch mit der Umwelt. Auch hier benutzt man bei AquaRichtig also einen genau definierten Begriff, um damit einen Sachverhalt zu bezeichnen, welcher aber in seinen Eigenschaften der Begriffsbedeutung selbst widerspricht.

Interessant ist auch, dass die Vokabel in gleicher Weise bereits bei AquaRichtigs Vorläufer, G. B. Aquaristik verwendet wurde:

„…bei pH unter 7 ist das freie CO2 im Aquarium verfügbar, welches durch die Bakterien im Filter und Bodengrund gebildet wird, von den Fischen ausgestossen und durch Zellatmung der Pflanzen abgegeben wird“.

Wer kennt Kati und Ani?

AquaRichtig und …
der Interpretationsvorbehalt

AquaRichtig echauffiert sich wiederholt darüber, ich würde ungesagtes oder nie gesagtes unterstellen. Es mag sein, dass man bei AquaRichtig tatsächlich nicht beabsichtigt hat, sich so auszudrücken, wie man es getan hat. Intendierte und tatsächlich getätigte Äußerung weichen somit in ihrem Aussagegehalt voneinander ab. Das ist aber kaum dem Leser anzulasten.

Dabei sind die Äußerungen immer im Gesamtzusammenhang einzuordnen. Zum Gesamtzusammenhang gehören aber nicht nur die Textinformationen im bestreffenden Text selbst, sondern auch außertextliche Informationen, wie die tatsächlichen Eigenschaften des gegenständlichen Sachverhalts.

Somit sind beispielsweise AquaRichtigs Aussagen zum Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht daher immer auch im Hinblick auf die Sachverhaltswirklichkeit des Kalk-Kohlensäure-Gleichgewichts einzuordnen. Wenn man bei AquaRichtig also schreibt, dass CO2 […] bei pH Werten über 7,0 […] an die Karbonate, als sogenanntes Gleichgewichts CO2 gebunden[] vorliegt, ergibt sich folgendes Problem: Das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht (KKG) kennt die Begriffe Gleichgewichtskohlensäure und gebundene Kohlensäure. Die Gleichgewichtskohlensäure ist der Anteil des im Wasser gelösten Kohlendioxid CO2 samt der assoziierten Kohlensäure H2CO3, der erforderlich ist, um eine bestimmte Konzentration Erdalkali(Hydrogen)carbonate in Lösung zu halten. Die gebundene Kohlensäure meint die im Wasser gelösten Hydrogencarbonat- (HCO3) und Carbonat-Anionen (CO32-). Die Formulierungen An die Karbonate […] gebundenes Kohlendioxid und Gleichgewichts CO2 beschreiben im Hinblick auf die Begrifflichkeiten des KKG folglich zwei unterschiedliche Entitäten, nämlich ersteres die gebundene Kohlensäure und letzteres die Gleichgewichtskohlensäure. Bei AquaRichtig werden – in Anbetracht der Diskrepanz von Wortlaut und tatsächlicher Terminologie des KKG – diese Begriffe also offenbar vermengt. Es ist nämlich unklar, ob nun mit der Formulierung An die Karbonate […] gebundenes Kohlendioxid die gebundene Kohlensäure gemeint ist, diese identisch sein soll mit der Gleichgewichtskohlensäure oder nicht oder ob man mit dem sogenannten Gleichgewichts CO2 nun tatsächlich die Gleichgewichtskohlensäure meint oder nicht oder ob man beide Begriffe vermengt. Defacto sind Gleichgewichts CO2 (Gleichgewichtskohlensäure) und An die Karbonate […] gebundenes Kohlendioxid (gebundene Kohlensäure) nämlich nicht bedeutungsgleich. Damit ergibt entweder die gesamte Ausführung keinen Sinn oder nur dann, wenn man beide Formulierungen beziehungsweise Begriffe als bedeutungsgleich oder synonym annimmt. Was sie aber gerade tatsächlich nicht sind, der Formulierung nach (sogenannte) aber wären.

Da es AquaRichtig – wie an vorherigem Beispiel demonstriert – jedoch regelmäßig nicht gelingt, sich unmissverständlich auszudrücken, muss eine Interpretation der Äußerungen hingenommen werden. Schon allein deshalb, damit sie irgendwie Sinn ergeben. Es besteht kein Anspruch darauf, dass eine Äußerung nur so verstanden wird, wie sie gemeint war beziehungsweise darauf, dass der Leser es unterlässt, selbige zu interpretieren. Sofern die referenzierten Äußerungen in ihrem Gesamtzusammenhang nachvollziehbare tatsächliche Anknüpfungspunkte für die Interpretation bieten, ist daran nichts auszusetzen. Herangezerrte, willkürliche und sachfremde Interpretationen sind folglich aber unzulässig. Nicht sachfremd ist beispielsweise der Verweis auf Widersprüchlichkeit mehrer Äußerungen zum selben Sachverhalt, mitunter sogar im selben Text. Zumindest, sofern diese gleichwertig den aktuellen Kenntnisstand beziehungsweise die aktuelle Überzeugung repräsentieren sollen.

Sofern die Interpretation einer fremden Äußerung dann auch durch geeignete sprachliche Mittel (z. B. offenbar, vermutlich, nach meinem Dafürhalten, interpretiere das soundso etc.) als solche für den Leser erkennbar ist, ist daran auch nicht zu rütteln. Bei AquaRichtig vermengt man jedoch regelmäßig fremde tatsächliche Äußerungen mit der eigenen Interpretation selbiger. Der Leser gewinnt daher den Eindruck, die betreffende Person hätte sich tatsächlich zumindest sinngemäß derart geäußert. Dabei stellt sich regelmäßig heraus, dass der Aussagegehalt sich im Original mitunter diametral zur aquarichtigsten Darstellung liest oder die Zusammenhänge zumindest entstellt wiedergegeben werden. Ich behaupte nicht, dass dies vorsätzlich geschieht, vermutlich liegt es lediglich am mangelnden Sprachbewusstsein.

In der aquarichtigschen Darstellung kommen dann Konstrukte wie mein angeblich anionentauschendes Zeolith oder Spaltöffnungen bei rein submersen Wasserpflanzen dabei heraus. Es gibt zwar Äußerungen, an die AquaRichtig damit angeknüpft. Diese sagen jedoch etwas gänzlich anderes aus, als von AquaRichtig dargestellt. Wenn man bei AquaRichtig also zumindest die betreffende Äußerung im Originalwortlaut zitiert, auf den betreffenden Beitrag verweist, die eigene Interpretationen als solche eindeutig erkenntlich macht und die Anknüpfungspunkte für diese verdeutlicht, wäre das schon ein Fortschritt. Bitte Zitate auf das Notwendige beschränken und nicht den halben Text drumherum mitzitieren, Links kann man zudem übrigens auch ganz toll als Textlink hinterlegen und nicht als kilometerlange URL, das macht die Darstellung unübersichtlich. Ganz toll wäre es, wenn Zitate durch entsprechende Formatierung aus dem Fließtext hervorgehoben und damit eindeutig als solche erkenntlich wären. Das bekomme sogar ich als Nichtskönner mit meinem beschränkten Intellekt und Horizont hin.

Anmerkungen zu AquaRichtigs Auslasssungen über Rechtschreibfehler

Ich habe nie behauptet, keine Rechtschreibfehler zu machen. Im Gegensatz zum Bild, was man bei AquaRichtig von mir hat und verbreitet, habe ich nicht den Anspruch, fehlerfrei zu sein. Ich wäre es vielleicht gern, bemühe mich aber in jedem Falle so wenige Fehler wie möglich zu machen. Leider gelingt mir das nicht immer so, wie ich es gern hätte.

Zumal es sich bei meinen Rechtschreibfehlern in aller Regel um bloße Tippfehler handelt, die aus der Textproduktion mittels Tatstatur [sic!] herrühren und nicht aus der Unkenntnis der richtigen Schreibweise.

Der Unterschied zwischen mir und AquaRichtig besteht darin, dass ich Tipp- und echte Rechtschreibfehler in der Regel spätestens nach mehrmaligem Lesen erkenne und korrigiere. Bei AquaRichtig hapert es dagegen aber offenbar bereits an der Voraussetzung, Rechtschreibfehler als solche zu erkennen. In aller Regel handelt es sich bei den Rechtschreibfehlern von AquaRichtig um echte Rechtschreibfehler, die aufgrund Unkenntnis der richtigen Schreibweise auftreten – die man womöglich ach für die richtige Schreibweise hält. Sie treten systematisch und gehäuft beispielsweise in der Form des Agovis, also unzulässigen Leerzeichen in zusammengesetzen Wörtern (Komposita) auf, besonders beliebt bei infinitiven Verben („auf zu geben“ statt „aufzugeben“) aber auch Substantiven („Mineral Säuren“ statt „Mineralsäuren“). Alternativ setzt man bei mitunter zumindest unnötige Bindestriche ein („Natrium-Chlorid“ statt „Natriumchlorid“).

Besonders grausam finde ich auch die aquarichtigsche Vergewaltigung des Genitiv bei Objekt-Subjekt Konstellationen („der XYZ dessen“ statt „dessen XYZ“ usw.). Wobei es sich hier um einen Grammatik- und nicht um einen Rechtschreibfehler handelt.

Ich registriere die aquarichtigschen Anwürfe als Anreiz, besser auf Tippfehler zu achten. Der Punkt ist auch, dass meine Rüge der aquarichtigschen Rechtschreibung nicht mehr ist, als eine Randnotiz neben der inhaltlichen und formalen Kritik (citation needed…). Sie trägt aber zum negativen Gesamteindruck der Texte bei und rundet ihn ab. Zusammengefasst wirken sie sich durch die Unterbrechung des Leseflusses auf die Textverständlichkeit aus. Was die meist wirren Texte meist noch schwerer verständlich macht.

Solange Tippfehler die einzigen echten Mängel bleiben, die AquaRichtig in meinen Ausführungen findet, bin ich ganz gelassen. Für mehr hat es bisher neben polemischem Gekeife und persönlichen Angriffen ja nicht gereicht. Bei AquaRichtig erachtet man Fehler jeglicher Form aber offenbar als erstrebenswerte Tugend, nicht als abzustellenden Makel.

Wo AquaRichtig schreibt, dass ich Zwitterionen erfunden habe

AquaRichtig fragt, wo man behauptet hätte, dass ich Zwitterionen erfunden habe:

„Wo schrieben wir also, dass Furmanek Zwitterionen erfunden hat?“

[www.aquarichtiger.de Dennis Furmanek Schwachsinnsbegeisterung]

Die Frage beantworte ich gern. Da:

„Statt dessen kommt er mit eigenen irrsinnigen Thesen daher und erfindet die Biologie neu.
Zwitterionen die von Zeolith aufgenommen werden und weiterer Müll“.

[www.aquarichtiger.de Dennis Furmanek Die Ultras der Aquaristik]

Was genau ich erfunden haben soll, geht aus der vagen Formulierung nicht hervor. Möglich sind die Zwitterionen an sich, aber auch die Aufnahme derselben durch Zeolithe. Das scheint aber das aquarichtigsche Kalkül zu sein. Sich möglichst schwammig ausdrücken, damit man im Nachhinein darauf beharren kann, die aufgegriffene Aussage nie gemacht zu haben. Andererseits handelt es sich bei meiner Replik darauf um eine zugespitzte Darstellung, die aber im Wesentlichen richtig ist.

AquaRichtig und die Argumente

Bei AquaRichtig ist man der Auffassung, man würde in nahezu jeder Stellungnahme Argumente für die von mir kritisierten Behauptungen und Ansichten vorbringen. Das mag zwar grundsätzlich zutreffen. Die vorgebrachten Argumente sind aber regelmäßig nicht überzeugend und stichhaltig, weil unter anderem:

  • die darin vorgebrachten Tatsachenbehauptungen falsch sind
  • die vorgebrachten Tatsachen zwar richtig sind, aber auf den Erörterungsgegenstand nicht zutreffen
  • nicht die gegenständliche Behauptung belegt wird, sondern etwas anderes
  • es sich lediglich um Scheinargumente handelt
  • lediglich bereits entkräftete Argumente und widerlegte Behauptungen wiederholt werden
  • nicht auf Argumente und Belege der Gegenseite eingangen wird (wie sie tatsächlich vorgebracht wurden)
  • es schwer ist, die wenigen Sachargumente zwischen zahlreichen persönlichen Anwürfen auszumachen
  • nicht erst ein Erörterungsgegenstand durchargumentiert wird, sondern durch immer neue steile Behauptungen vom Erörterungsgegenstand abgelenkt wird

Zudem zeigen die aquarichtigschen Gegenreden in der Gesamtschau regelmäßig, dass man den gegenständlichen Sachverhalt bereits in seinen Grundzügen missversteht.
Hinzu kommt die mangelhafte Versprachlichung der Argumente, wodurch es neben den inhaltlichen Mängeln noch weiter erheblich erschwert wird, der aquarichtigschen Argumentation zu folgen.

Genau das ist der Kern des Disputs. Auf der einen Seite steht die in meterdicken Stahlbeton gegossene aquarichtigsche Überzeugung, im Recht zu sein. Auf der anderen Seite stehen die butterweichen aquarichtigschen Argumente, die bei ein wenig Hitze durch kritische Prüfung zerfließen.

AquaRichtigs Unsinn über …
Schäden in hartem Wasser durch Salzstress wegen der Salze durch Bakterien (oder so ähnlich)

Erst behauptet AquaRichtig, tropische Fische würden durch hartes Wasser Schäden erleiden. Diese entstünden durch Salzstress, den die im Wasser gelösten Salze verursachten. Diese Behauptung sucht man anschließend zu verteidigen, in dem man auf die günstigeren Wachstumsbedingungen für Baktreien in ionenreicherem Wasser mit zirkumneutralem pH-Wert abstellt.

Hartes Wasser ist also unmittelbar schädlich für die Fische, weil der höhere Salzgehalt zu Salzstress führt. Aber eigentlich ist hartes Wasser nur mittelbar schädlich für die Fische, weil es günstige Wachstumsbedingungen für Bakterien bietet, einschließlich potenzieller und obligatorischer Pathogene.

Eines der zahllosen Beispiele, wo AquaRichtig erst das eine behauptet, dann einen völlig andereren Sachverhalt als Beleg dafür herbeizerren will und damit auch gleich den nächsten Unsinn behauptet. Ich frage mich, wie man so paralogisch denken und argumentieren kann, ohne dabei Kopfschmerzen zu bekommen.

AquaRichtig bemüht wieder das Verschieben der Torpfosten. Zuerst behauptet man, tropische Weichwasserfische würden an Salzstress leiden und geschädigt werden, wenn sie im Aquarium in hartem Wasser gehalten werden. Dies sucht man zu belegen, indem offenbar jetzt alle Fischarten in hartem Wasser geschädigt werden, weil es bei ihnen durch den angeblichen hohen Keimdruck darin zur Verschleimung der Kiemen kommt. Und zwar unabhängig davon, ob sie in der Natur in hartem oder weichem Wasser leben. Denn die von AquaRichtig angeführten Koi sind ganz sicher keine tropischen Weichwasserfische. Womöglich laufen am Ende soger Fischarten, die in der Natur in hartem Wasser leben, Gefahr, an Kiemenverschleimung durch den hohen Keimdruck darin einzugehen?

Ein besonderes Schmankerl ist die Behauptung, Krebs beim Menschen werde durch Sauerstoffmangel ausgelöst!

AquaRichtig
mangelnde Lese-, Formulierungs- oder Sachkompetenz?

Ich will AquaRichtig keineswegs Böswilligkeit oder schlechte Absichten unterstellen. Ich gehe vielmehr davon aus, dass die Ursache der zahlreichen Falschdarstellungen entweder darin liegt, dass die Sachverhalte falsch verstanden werden oder aber man sich bei AquaRichtig nicht angemessen schriftlich ausdrücken kann, um das sachlich richtige eigene Verständnis des Sachverhaltes auch zu vertextlichen. Für mich gibt es daher drei Erklärungsansätze dafür:

  1. Die sachlogisch fehlerhaften Ausführungen sind das Ergebnis mangelnder Lesekompetenz. Durch fehlerhaftes sinnentnehmendes Lesen werden Texinformation falsch interpretiert. Dadurch wird ein fehlerhaftes mentales Modell des beschriebenen Sachverhalts gebildet. Dieses fehlerhafte mentale Modell wird in den Beiträgen wiedergegeben.
  2. Die sachlogisch fehlerhaften Ausführungen sind das Ergebnis mangelnder Sprach- und Formulierungskompetenz. Die gegenständlichen Sachverhalte wurden zwar richtig verstanden. Durch unzureichende Sprach- und Formulierungskompetenz (die sich unter anderem auch in systematischen Rechtschreib- und Grammatikfehlern manifestiert) und allgemein mängelbehaftetes schrifliches Ausdrucksvermögen, kann man diese Sachverständnis aber in Schriftform nicht angemessen und sachlogisch korrekt wiedergeben.
  3. Die sachlogisch fehlerhaften Ausführungen sind das Ergebnis mangelhaften sachlogischen Verständnisses. Die thematisierten Sachverhalte werden also nicht hinreichend geistig durchdrugen, sodass sich ein fehlerhaftes mentales Modell von ihnen bildet. Dieses fehlerhafte mentale Modell wird in den Beiträgen wiedergegeben. Dies zeigt sich beispielsweise in unzureichender thematischer Abgrenzung und der Vermengung mit anderen Sachverhalten.

Nachtrag vom 22.07.2019

Bei AquaRichtig ist man also der Ansicht, dass sich auffällig viele Rechtschreib-Tipp-Fehler in meinen Beiträgen befänden. Es mag wohl sein, dass mir derartige Fehler im Einzelfall trotz Korrekturlesen entgehen. Auffällig viele ist zudem ein dehnbarer Begriff. Belege gibt es wie gewohnt nicht, stattdessen das übliche Geraune. Rechtschreib-Tipp-Fehler und Flüchtigkeitsfehler fallen aber nicht unter die von mir angekreideten systematischen Grammatik- und Rechtschreibfehler. Deppenleerzeichen, fehlende Bindestriche als Ergänzungsstrich bei Aufzählungen und fehlende Kommata gehören allerdings dazu. Im Gegensatz zu AquaRichtig kann ich meine Behauptungen untermauern und wähle dazu einen Satz aus einer aquarichtigschen Replik:

„Wie bekloppt oder krank muss man eigentlich sein[,] um das ganze wunderschöne Sommer[]Wochenende damit zu verbringen[,] andere aus[]zu[]spionieren[,] in der Hoffnung ihnen etwas nach[]zu[]weisen, was seine abstrusen Behauptungen beweisen könnte?“

AquaRichtig schafft es also, in einem einzigen Satz mindestens drei gebotene Kommata auszulassen. Die fehlerhaften Leerzeichen in Komposita sind dann wohl dazu da, diese fehlenden Satzzeichen auszugleichen.

Ich stelle außerdem nicht ausschließlich auf die sprachlichen Defizite der aquarichtigschen Beiträge ab, sondern sehe und kritisiere sie als einen Baustein der Gesamtproblematik, gerade weil er auch in die inhaltliche Qualität hineinwirkt.

Wie es aussieht, kommt es bei AquaRichtig zudem entscheidend darauf an, dass ein Sachverhalt nachvollziehbar dargestellt wird. Sachlich richtig muss die Darstellung dann aber wohl nicht mehr sein. Ich stelle mir zudem die Frage, wie eine Darstellung nachvollziehbar sein kann, die weitgehend auf Stringenz und Folgerichtigkeit verzichtet. Das manifestiert sich unter anderem im weitgehenden Fehlen von logischen Konnektoren.

Thomas und Florian

Ich hege den begründenten Verdacht, dass es sich bei den zur Schützenhilfe herbeigerufenen Thomas und Florian nur um Sockenpuppen von AquaRichtig handelt. Es ist zumindest merkwürdig, dass in angeblich aus fremder Feder rührenden Passagen die gleichen sprachlichen Eigentümlichkeiten zu finden sind, wie im Geschreibsel von AquaRichtig selbst.

Da wären zum einen die Leerzeichen in Komposita oder Deppenleerzeichen (auf nehmen statt „aufnehmen“). Besonders auffällig finde die nahezu ausschließliche Verwendung des Präteritums als Vergangenheitsform, auch in solchen Fällen, die das (konstatierende) Perfekt erfordern (Interessiert nahm ich die Diskussion zur Kenntnis statt „Interessiert habe ich die Diskussion zur Kenntnis genommen“). Die Kenntnisnahme der Diskussion hat schließlich offenkundig eine Auswirkung über den Zeitpunkt des Geschehens hinaus, da sie Anreiz für diese Äußerung war. Hinzu kommen schiefe Sprachbilder und semantische Fehlgriffe bei der Wortwahl (Reduzierung von Ammonium zu Nitrat, die Reihenfolge von Ammonium und Nitrat ist genau umgekehrt oder es ist eine Oxidation; aquatische Gewässer, Gewässer ohne Wasser wären auch blöd).

Auch bei der Wiedergabe der Äußerungen Dritter, beispielsweise der Darstellung von Zusammenhängen in eigenen Worten aus einer schriftlichen Quelle, treten die selben Probleme auf. So ist zur Nährstoffaufnahme von Wasserpflanzen die folgende Passage bei AquaRichtig zu finden, die angeblich aus Florians Feder stammen soll:

„Submerse Pflanzen können über die Wurzeln keine Nährstoffe (Ionen) auf nehmen weil sich bei Wasserpflanzen die Chloroplasten in der Epidermis befinden. Dies hat zur Folge, dass der Diffusionsweg des Kohlendioxids wesendlich [sic!] verkürzt und die Nährstoffaufnahme über die Wurzeln durch keine Transpiration und eines minimierten Xylems nicht möglich ist“.

[Mobbing in Internet-Foren […] AquaRichtig, 2014]

Mit größter Wahrscheinlichkeit war der folgende Abschnitt aus dem Wikipedia-Eintrag Wasserpflanze die Vorlage:

„Submerse Pflanzen sind in ihrer Kohlendioxid-Versorgung für die Photosynthese auf den wesentlich geringeren Gehalt im Wasser angewiesen. Submerse Pflanzen in Stillgewässern haben daher schmale oder zerschlitzte Blätter (Wasserpest). Die Cuticula ist dünn. Die Chloroplasten sitzen in der Epidermis, die bei Pflanzen normalerweise frei von Chloroplasten ist. Dadurch wird der Diffussionsweg des Kohlendioxids reduziert. Durch die fehlende Transpiration können sie auch keine Mineralsalze aus dem Boden aufnehmen. Ihr Xylem ist reduziert. Die Wurzeln dienen nur mehr der Verankerung“.

Der entscheidende Unterschied ist, dass in der aquarichtigschen Darstellung die sachlogischen Zusammenhänge vollommen verquer wiedergeben werden und so wie dargestellt auch keinerlei Sinn ergeben.

Thomas scheint ähnliche Schwierigkeiten zu haben:

„An zahlreichen Stellen in der botanischen Literatur (bekanntestes Bsp.: Strasburger – Lehrbuch der Botanik) kann man lesen, dass Wasserpflanzen ihre Kutikula extrem verdünnt haben und auf Spaltöffnungen komplett verzichten. Diese würden auch keinen Sinn machen, da unter Wasser kein Gasaustausch stattfinden kann“.

Es ist allerdings in keiner der mir greifbaren Auflagen des Strasburger (insb. 1998, 2014) eine Textstelle zu finden, die eine derartige Aussage trägt. Insbesondere nicht die unsinnige Behauptung, unter Wasser sei kein Gasaustausch möglich. Wie betreiben dann untergetauchte Wasserpflanzen Fotosynthese, ohne Gasaustausch? Wie atmen Fische über die Kiemen, ohne Gasaustausch?

AquaRichtig und anionentauschendes Zeolith

Von AquaRichtig wurde mir wiederholt vorgehalten, ich würde behaupten, Zeolithe könnten auch anionische Huminsäuren aufnehmen. In der neustens Ausprägung im folgenden Wortlaut:

„Er erfindet sogar, dass Kationen austauschendes Zeolith auch Anionen und Huminstoffe auf nimmt und manche seiner Trottel glauben es sogar“.

[Dennis Furmanek www.aquarichtiger.de Kritiker oder paranoider Stalker?]

Diese Ansicht kann nur dann subjektiv logisch widerspruchsfrei sein, wenn man wie offenbar AquaRichtig, irrigerweise annimmt, dass:

  1. Zeolithe ausschließlich Kationentauscher sind und keine anderen Mechanismen besitzen, Stoffe aufzunehmen
  2. Huminstoffe und Huminsäuren synonyme Begriffe sind
  3. Huminsäuren beziehungsweise Huminstoffe immer vollständig in Ionen dissoziiert im Wasser vorliegen

Ich bin keineswegs der Ansicht, dass Zeolithe, die unbestritten Kationentauscher sind, auch Anionen aufnehmen können. In einem speziellen Fall können zwar Ionentauscher Ionen gegensätzlicher Ladung tauschen. Das ist nämlich der Fall, wenn sich Zwitterionen, also Ionen, die sowohl eine kationische als auch eine anionische funktionelle Gruppe enthalten, anlagern und so durch das freie Ende gegenteiliger Ladung auch Ionen austauschen kann, die eigentlich nicht getauscht werden könnten. Es gibt zu diesem Zweck auch speziell behandelte Zeolithe. Darum soll es hier aber nicht gehen.
AquaRichtig ist offenbar nicht bekannt, dass Zeolithe neben ihrer Eigenschaft als Kationentauscher und Molekularsieb auch physiosorptive Adsorbenzien sind. Sie können also aufgrund ihrer großen – auch äußeren – Oberfläche durch Van-der-Waals-Kräfte Moleküle an diese binden. AquaRichtig wird vermutlich wieder behaupten, dass einem dies schon seit Äonen bekannt war. Man hat dieses Wissen wohl bisher nur dezent verborgen.

Weiterhin ist es AquaRichtig offenbar unbekannt, dass es einen Unterschied zwischen Huminsäuren und Huminstoffen gibt, da man beide Begriffe synonym zu verwenden scheint, aber zumindest nirgends die erforderliche Differenzierung erfolgt. Huminstoffe sind strukturell diverse organische Moleküle, die bei der Mineralistation organischer Substanz entstehen. Sie werden in die drei Stoffgruppen Humate, Huminsäuren und Fulvosäuren unterteilt, die sich insbesondere in ihrem Molekulargewicht und der vom pH-Wert abhängingen Wasserlöslichkeit unterscheiden. Selbst in diesem grundlegenden Aspekt hat man bei AquaRichtig die abwegige Auffassung, dass es sich um anorganische Stoffe handelt. Hat man aber wohl auch nie behauptet oder zumindst nie so gemeint. Steht bloß da.

Daneben nimmt man bei AquaRichtig offenbar auch an, dass Huminsäuren (oder Huminstoffe) immer vollständig in Ionen dissoziiert im Wasser vorliegen:

„Huminsäuren bestehen aus verschiedenen Säuregruppen und zerfallen in Wasser zu Anionen und Kationen.
Anionen kann das Zeolith nicht aufnehmen und möglicherweise aufgenommene Kationen würden aus dem Zeolith ebenso wieder durch die stärkeren Ammoniumionen verdrängt“.

[Zeolith das Filtermaterial im Aquarium für gesunde Fische und Pflanzen]

Obwohl Huminstoffe eine strukturell nicht genau definierte Stoffgruppe sind, besitzen sie einschließlich der drei Untergruppen, gemeinsame Merkmale. Sowohl Huminsäuren als auch Fulvosäuren sind mehrprotonige organische Säuren. Wie alle Säuren dissoziieren sie in eine Anzahl Protonen (= Kationen) und einem ladungsgleichen Anion. Der Dissoziationsgrad ist dabei vom pH-Wert abhängig. Grundsätzlich gilt, dass (organische) Säuren umso stärker dissozieren und als Ionen vorliegen, je höher (= basischer, alkalischer) der pH-Wert ist. Umgekehrt gilt, je saurer oder niedriger der pH-Wert, desto weniger stark dissoziieren die Moleküle und liegen entsprechend als schwächer geladenes Anion oder aber neutrales Molekül vor. Wie stark die Dissoziation im Einzelfall ist, hängt von der Säurestärke ab, die als Dissoziationskonstante von Säuren oder Säurekonstante pKs ausgedrückt wird. Wie die meisten organischen Säuren sind Humin- und Fulvosäuren vergleichsweise schwache Säuren. „Huminsäuren“ liegen also keineswegs immer vollständig in Ionen dissoziiert im Wasser vor, wie man bei AquaRichtig behauptet. Gerade im von AquaRichtig als im Aquarium erstrebenswert postulierten sauren pH-Wert-Bereich liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit immer ein mehr oder minder großer Teil der „Huminsäuren“ als neutrales Molekül vor. Dieser Teil kann entsprechend von einer Adsorbens wie Zeolithe oder aber Aktivkohle aufgenommen werden.

Huminsäuren sind amphoterisch und polybasisch. Sie können deshalb abhängig von den physikalisch-chemischen Bedingungen (u. a. pH-Wert, Temperatur) als Anionen, Kationen oder neutrale Moleküle vorliegen (vergl. Tan+ eine höhere relative Bindungsstärke zu Zeolithen aufweisen als das Ammonium-Kation NH4+. Selbst Ionen von schwächerer relativer Bindungsstärke können Ionen mit stärkerer relativer Bindungsstärke aus einem Ionentauscher verdrängen, wenn ihre Konzentration hoch genug ist. Sonst wäre es auch nicht möglich, Zeolithe mittels Kochsalzsole und damit Natrium-Ionen zu regenerieren, da diese eine geringere relative Bindungsstärke besitzen, als viele ander Kationen, die zuvor vom Zeolith aufgenommen wurden. Wie bespielsweise Ammonium.

Fazit

Wie sooft sind die Ausführungen von AquaRichtig auch hier wieder sagenhaft. Sagenhaft im strengen Wortsinn. Es gibt zwar einen wahren Kern, einen tatsächlich existenten Sachverhalt, ein tatsächlich stattgefundendes Ereignis oder eine tatsächlich getätigte Äußerung, auf die AquaRichtig Bezug nimmt. Die aquarichtigschen Ausführungen haben aber mit den tatsächlichen Gegebenheiten bestenfalls nur noch entfernt etwas zu tun, da sie verzerrt und entstellt wiedergegeben werden.

Nachtrag vom 11.07.2019 – „Furmaneks vermeintliches Hntertürchen mit den Zwitter Ionen“ [sic!]

Wie ich bereits vielfach festgestellt habe, ist es mit der Lesekompetenz bei AquaRichtig nicht weit her. Weil ich Zwitterionen (wohlgemerkt in der orthografisch korrekten Schreibweise, ohne Deppen Leer Zeichen) hier zwar der Vollständigkeit halber erwähne, aber weder als Argument verwende, ja sogar ausdrücklich aus der Argumentation ausschließe, nutze ich sie laut AquaRichtig als Hintertürchen für meine nie getätigte Behauptung, Zeolithe könnten als Kationenaustauscher auch Anionen (wie die organischen Anionen von Huminsäuren) austauschen. Ne, is klar!

2. Nachtrag, 13.07.2019

Da man bei AquaRichtig Zwitterionen, amphotere Ionen oder dipolare Ionen als Hirngespinst von mir betrachet, sei hier stellvertretend auf das Review-Paper Use of Surfactant-Modified Zeolites and Clays for the Removal of Heavy Metals from Water von Jim&eacuteMnez-Castañeda & Medina verwiesen. Die Wissenschaft kennt also Zwitterionen, sogar explizit im Zusammenhang mit modifizierten Zeolithen und Blattsilikaten für spezielle Anwendungen. Wohlgemerkt, die echte Wissenschaft, nicht die Karikatur der Wissenschaft, die man bei AquaRichtig zeichnet.

Belegstellen, weiterführende Literatur und externe Links

AquaRichtig und die Kernaussagen von Texten

Zusammengefasst fühlt man sich bei AquaRichtig ungerecht behandelt, weil ich angeblich Aussagen kritisiere, die man nie gemacht hat. So meint man, die Kernaussage dieses Textes beziehungsweise der einschlägigen Passage darin, in der man den ersten erfolgreichen Schlupf eines Diskus-Geleges nach der Aufbereitung mit Kati&Ani Bezug nimmt:

„Dies ist kein Einzelfall sondern es betrifft Hunderte vorher vergeblicher Zuchterfolge die möglich wurden weil der Keimdruck des Wassers gering war, sodass die Eier nicht verpilzten. Zudem stimmte der erforderliche niedrige osmotische Druck des Wassers denn in den Fischeiern von Weichwasserfischen ist der osmotische Druck des Wassers wesentlich geringer als zum Beispiel im Fischkörper selbst. Darum ist die Zucht des Diskus und vieler anderer Weichwasserfische in alkalischem Wasser unmöglich, auch wenn dies einige anders dar zu stellen versuchen“.

sei, dass Fischgelege die Eihülle nicht durchbrechen können, wenn der osmotische Druck im Wasser zu hoch ist. Gemeint sind vermutlich die Larven, nicht das Gelege. Aus welcher Formulierung im Text diese Kernaussage hervorgehen soll, ist mir aber schleierhaft.

Es mag tatsächlich sein, dass man dies als Kernaussage intendiert hat. Mehr aber auch nicht. Im Text findet sich keine Formulierung, die dies auch nur nahelegt. Zuvor ist aber die Rede von Keimdruck und Verpilzen (Keimdruck des Wassers gering war, sodass die Eier nicht verpilzten). Selbst wenn man die Behauptung, dass ein niedriger osmotischer Druck oder genauer ein niedriger osmotischer Wert oder Salzgehalt im Wasser, zur Nachzucht von „Weichwasserfischen“ zwingend erforderlich ist, bleibt die kritisierte Behauptung, der osmotische Druck in den Eiern solcher Fischarten sei signifikant geringer als in deren Körperflüssigkeit unbelegt. Daher ist man bei AquaRichtig der Ansicht, meine Kritik gehe ins Leere, weil dies nie so dargestellt wurde.

Aufgrund der verkorksten Ausdrucksweise ist es aber gerade im Sinne einer fairen Kritik zwingend erforderlich, die aquarichtischen Aussagen sinnstiftend mit der Sachverhaltswirklichkeit abzugleichen, um überhaupt nachvollziehen zu können, was wahrscheinlich gemeint ist und ausgedrückt werden soll. Es ist weiterhin im Sinne einer stringenten und kohärenten Kritik erforderlich, sich auch inhaltlich stringent und kohärent auseinanderzusetzen. Es stimmt zwar, dass man auch andere Aspekte anspricht. Die aber mit Osmose, Osmoregulation oder osmotischem Wert nichts zu tun haben und daher für eine kritische Auseinandersetzung mit den Behauptungen von AquaRichtig zu Osmose, Osmoregulation oder osmotischem Wert irrelevant sind.

Der springende Punkt ist einfach: Wer behauptet, muss auch belegen. Wer seine Ansichten so vehement und aggressiv vertritt, wie AquaRichtig, von dem ist zu erwarten, auch entsprechend stichhaltige Belege an der Hand zu haben, mit denen man selbst seine schärfsten Kritiker überzeugen kann. Es sei denn, man weiß, dass man nichts in der Hand hat, und so nur versuchen kann sich durch, Gepoltere, Nebelkerzen und Pöbeleien aus der Affaire zu stehlen. Wie AquaRichtig.