Historie: AquaRichtig und Spaltöffnungen bei Wasserpflanzen

Den Anfang der Streiterei mit AquaRichtig um Spaltöffnungen bei Wasserpflanzen (2011!) war ein Verweis meinerseits, dass sowohl bei Landpflanzen als auch bei Wasserpflanzen die Spaltöffnunge durch anthropogenen Eintrag von Ammoniak (beispielsweise durch Gülleaustrag) geschädigt werden können:

„Ammoniak kann auch über die Spaltöffnungen der Blätter aus der Luft aufgenommen werden […] Verschiedene Pflanzenarten sind jedoch unterschiedlich empflich gegenüber der Ammoniak-Belastung der Luft. […] Dies gilt sowohl für Landpflanzen, als auch für „Wasserpflanzen“.

Bezugnehmend auf diese Äußerung, hat man sich bei AquaRichtig wie folgend ausgedrückt:

„Über Spaltöffnungen bei Wasserpflanzen lacht nicht nur der Botaniker. Macht D. F. so weiter, lacht auch bald das gesamte Internet über diesen, weil wir dann auch zu zittieren [sic!] beginnen und einiges weitere zu diesem „Autor“ enthüllen werden“.

In diesem Zusammenhang erfolgte auch erstmalig von AquaRichtig der Verweis auf die einschlägige Textstelle im Strasburger (u. a. S. 318). Im Bezug darauf hatte ich mich wie folgend ausgedrückt:

„Den Grundtenor, dass submers lebende Pflanzen auf Spaltöffnungen verzichten können, weil diese unter Wasser ihre Funktion ohnehin nicht mehr erfüllen können und der Gasaustausch deshalb direkt durch die Pflanzenhaut (Cuticula) erfolgt, bestreite ich ja gar nicht. Zwischen diesem vereinfachten und generaliserenden Modell und dem Beleg dafür, dass alle „Wasserpflanzen“ unter keinen Umständen über Spaltöffnungen verfügen sollen, besteht jedoch ein gewaltiger Unterschied“.

Wie aus den Zitaten hervorgeht, haben weder ich noch AquaRichtig also keinesfalls schon immer explizit nur rein submerse Wasserpflanzen mit dem Begriff „Wasserpflanzen“ gemeint. Im Gegenteil, ich habe sogar eingeräumt, dass gerade solche eben tatsächlich keine Spaltöffnungen besitzen. Das war also nie die Streitfrage. Weiterhin hatte ich bereits zu diesem Zeitpunkt den folgenden Hinweis formuliert:

„Ein für eine saubere Gegenargumentation grundsätzlich notwendiger Schritt seitens AquaRichtig, wäre die genaue Definition des Begriffs „Wasserpflanze“. Sind das alle aquatischen Makrophyten, neben Gefäßpflanzen auch Armleuchteralgen und aquatische Moose? Sind das nur echte Wasserpflanzen (Hydrophyten), die zeitlebens praktisch vollständig untergetaucht leben und keine emersen Wuchsformen haben? Sind das auch submerse Wuchsformen amphibisch lebender Sumpfpflanzen (Amphiphyten), insbesondere die durch unterschiedliche Wuchsformen (Heterophyllie) gut an Wasserstandsschwankungen angepasste Seichtwasserpflanzen (Tenagophyten)? Echinodorus– oder Cryptocoryne-Arten? Wie sieht es mit Pflanzenarten aus, welche Gewässerränder besiedeln und zumindest teilweise ins Wasser hineinwachsen (litorale Helophyten, Amphiphyten)? Gehören Schwimmpflanzen (Pleustophyten) und Schwimmblattpflanzen wie der Tigerlotus und andere Seerosengewächse (Nymphaeaceae) auch dazu? Pistia stratiotes?“.

Zuerst hat man also bei AquaRichtig versucht, den Strohmann zu basteln, ich würde behaupten, dass submerse Wasserpflanzen Spaltöffnungen besitzen. Den definitorischen Rückzug auf rein submerse Wasserpflanzen hat AquaRichtig selbst dagegen erst gemacht, als bedingt durch die Faktenlage (u. a. Verweis auf Spaltöffnungen bei Schwimmblattpflanzen wie Seerosen) offenbar eine Erleuchtung stattgefunden hat.

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