Fixe Ideen bei AquaRichtig
Heute: Furmanek unterstellt, dass AquaRichtig nur Vollentsalzer oder Teilentsalzer verkaufen will, obwohl es auch billiger geht

Bei AquaRichtig ist man der Ansicht, dass ich gegen Wasseraufbereitung von Aquarienwasser mit Vollentsalzern oder Teilentsalzern bin, weil es auch billiger geht. Eine derartige Stoßrichtig meiner Argumentation ist mir unbekannt. Folgerichtig kann man sie mangels solcher Äußerungen meinerseits bei AquaRichtig auch nicht dokumentieren. Entscheidend ist für nicht in erster Linie, dass es billiger geht, sondern, dass es einfacher geht. Am einfachsten überhaupt ist es nämlich, gänzlich auf eine – wie auch immer geartete – chemische Wasseraufbereitung von Aquarienwasser zu verzichten. Weil sie oft gar nicht erforderlich ist.

Meine Kritik an AquaRichtig speist sich in diesem Aspekt also darin, dass die Wasseraufbereitung mittels Ionentauschern, wie man sie bei AquaRichtig als sinngemäß zwingend erforderlich propagiert, vielfach tatsächlich nicht erforderlich ist. Zugespitzt formuliert, erhält der geneigte Leser durch AquaRichtig den Eindruck, ein Tierquäler zu sein, wenn er sein Aquarienwasser nicht derartig aufbereitet.

Ich habe überhaupt nichts gegen die Aufbereitung von Aquarienwasser, mit welcher Methode auch immer. Ich besitze selbst verschiedene Ionentauscher zur Teil- und Vollentsalzung oder selektiven Aufbereitung. Ich habe sogar irgendwo noch eine alte Umkehrosmoseanlage. Ob sie es noch tut, sei mal dahingestellt. Kann man mal sehen, was man so alles für nicht vorhandene Aquarien in 30 Jahren aquarienloser Aquaristik ansammelt.

Nur muss auch eine entsprechende einzelfallbezogene Indikation vorliegen. Dazu gehört zum einen eine im Einzelfall objektive Erfordernis für die Wasseraufbereitung und zum anderen eine im Einzelfall gegebene objektive Zweckmäßigkeit der jeweiligen Methode. Es muss also einerseits erforderlich sein, das Wasser – ob nun im konkreten Fall mit Mineralsäure, Aufhärtesalzen, Umkehrosmose, Teil- oder Vollentsalzung oder sonstwie – aufzubereiten und das damit angestrebte Ziel muss durch die gewählte Methode auch erreichbar sein. So ist die Entcarbonisierung mit Mineralsäuren keine geeignete Methode, ein Wasser weicher zu bekommen, weil sich an der Wasserhärte (lies: Gesamthärte) nichts ändert.

Zudem muss die Zweckmäßigkeit bei mehreren infrage kommenden Methoden untereinander abgewogen werden. Dazu gehört das Verhältnis von Aufwand und Nutzen. Wenn also eine Methode in den entscheidenden Punkten vergleichbare Ergebnisse erzielt, aber einfacher ist – weil beispielsweise weniger Arbeitsschritte, Equipment, Zeitaufwand erforderlich ist – dann ist sie aufwändigeren Methoden vorzuziehen. Dazu gehört am Rande natürlich auch der pekuniäre Aspekt. Aber eben nur am Rande.

Die Darstellung von AquaRichtig geht also erneut an der Realität vorbei und verfehlt den Kern meiner Kritik um Lichtjahre.
AquaRichtig kann von mir aus daher Vollentsalzer oder Teilentsalzer verkaufen, bis man dort nach Gusto schwarz oder seelig wird. Nur sollte man es doch bitte nicht so darstellen, dass eine derartige Wasseraufbereitung im Aquarium zwingend erforderlich sei.

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