AquaRichtigs Unsinn über…
Zwitterionen, Doppelionen und Aminosäuren

Bei AquaRichtig ist man der Auffassung, man würde dort mit Sicherheit besser wissen, was Zwitterionen sind, als ich.
Ich habe da aber aufgrund der aquarichtigschen Ausführungen den gegenteiligen Eindruck gewonnen. Man findet es nämlich süß, dass Zeolith nun auch Amminosäuren aufnehmen soll. Offenbar leugnet man diese Tatsache jetzt auch noch. Die von mir gemeinten Zwitterionen bestehen laut AquaRichtig grob gesagt aus Ammoniak und Kohlenstoff Verbindungen. Deswegen nennt man diese exemplarisch genannten Verbindungen auch primäre Amine. Dabei handelt es sich in den gegenständlichen Fällen aufgrund zweier kationischer funktioneller Gruppen aber um „Doppelionen“ (zweiwertige organische Kationen), nicht um Zwitterionen. Darauf muss ich der Genauigkeit und Vollständigkeit halber hinweisen. Der entscheidende Punkt, nämlich die Fähigkeit damit behandelten natürlichen Zeoliths, Anionen zu tauschen beziehungsweise aufzunehmen, bleibt aber davon unangetastet.

NH3+ und COO- auch andere, ähnliche Verbindungen seien auch möglich. Was im Fall von Aminosäuren auch zutrifft. Die Aminogruppe R-NH2 und die Carboxy- oder organische Säuregruppe R-COOH sind die charakteristischen funtionellen Gruppen der Aminosäuren. Deswegen heißen sie auch genu so und genau deshalb sind sie auch Zwitterionen.

Insgesamt bekräftigt diese sprachliche Diarhoe abermals den Eindruck, dass Chemie für AquaRichtig ein vollkommen fremdartiges Sachgebiet ist. Aber vielleicht ist es ja im Sinne der Verständlichkeit – damit der Sachverhalt auch von Zehnjärigen verstanden werden kann – erforderlich, diesen derert zu verschwurbeln und zu verzerren. Nur richtig verstehen wirds man dann halt nicht.

Zwitterionen als rote Heringe

Bei AquaRichtig kann man offenbar nicht erkennen, wann eine Aussage als Argument gebraucht wird und wann sie als bloße Erläuterung oder Ergänzung dient. Offenbar habe ich laut AquaRichtig behauptet, dass oberflächenbehandelte Zeolithe in der Aquaristik zum Einsatz kommen. Das habe ich haber de facto nicht.

Der Kern des Disputs ist hier die Tatsache, dass Zeolithe Huminstoffe adsorbieren können. Was man bei AquaRichtig bestreitet. Im Gegensatz zur aquarichtigschen Auffassung erschöft sich dies aber nicht im Kationentausch. Was, wie man bei AquaRichtig richtig erkennt, bei Anionen folgerichtig nicht funktionieren kann. Die aquarichtigsche Argumentation scheitert aber an den Tatsachen, dass Huminstoffe nicht zwingend als Ionen vorliegen und wenn, dann lediglich organische Kationen bilden. Tatsächlich liegen Huminstoffe abhängig von den chemisch-physikalischen Bedingungen (pH-Wert, Temperatur, etc.) und der konkreten Molekülstruktur, zu unterschiedlichen Anteilen als neutrale Moleküle, Anionen, Kationen oder Zwitterionen vor.

Zeolith kann als Kationentauscher also auch Anionen wie Huminsäuren / Fulvosäuren / Huminstoffe aufnehmen, weil diese gar nicht unbedingt als Anionen im Wasser vorliegen. Auch Ionentausch ist als Mechanismus entbehrlich, weil Zeolith auch ein Adsorbens ist, das neutrale Moleküle binden kann. Das aquarichtische Palaver um Ionen, Humistoffe und Zeolith, einschließlich Zwitterionen, ist daher ein bloßes Ablenkungsmanöver, ein roter Hering.

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