AquaRichtig und…
der Unterschied zwischen der Entkarbonisierung mit Mineralsäuren und stark saurem Kationenaustauscher

Bei AquaRichtig meint man, dass ich den Unterschied zwischen aufbereitetem Wasser aus stark saurem Kationenaustauscher und Salzsäure immer noch nicht kapiert hätte. Dabei kapiert man bei AquaRichtig aber offenbar nicht, dass

  1. ich mich auf Mineralsäuren allgemein beziehe und nicht nur auf Salzsäure allein und speziell.
  2. die Besonderheiten von Salzsäure bei den anderen Mineralsäuren nicht zutreffen und damit hier auch nicht als Gegenargument verfangen.
  3. nicht die Unterschiede der Kern meiner Argumentation sind, sondern die entscheidenden Gemeinsamkeiten.
  4. es sich nämlich in allen Fällen um Mineralsäuren handelt.
  5. somit in allen Fällen grundsätzlich Verätzungsgefahr für die Aquarienfische besteht (triefende Schleimhäure bei Diskusfischen).
  6. damit im Hinblick auf diesen entscheidenden Punkt auch eine gleiche Gefahrenbeurteilunug erfolgen muss.
  7. auch nur unter bestimmten Bedingungen beim Remineralisiern von Wasser aus einem stark sauren Kationentauscher kein Ansieg der Chlorid-Konzentration stattfindet.

Die Bedingung ist, dass die Zusammensetzung des zum Remineralisieren und Neutralisieren des Mineralsäuregemisches aus einem stark sauren Kationentauscher verwendete Aufhärtesalz eine Zusammensetzung hat, die zumindest im Hinblick auf Hydrogencarbonat stöchiometrisch komplementär und im Hinblick auf Chlorid stöchiometrisch kongruent zum Ausgangswasser vor der Teilentsalzung ist. Es muss also gerade genau genug Hydrogencarbonat enthalten sein, um die Säuren zu neutralisieren, wobei gleichzeitig kein Anstieg der Chlorid-Konzentration erfolgen darf. Denn die gesamten im stark sauren Kationentauscher gegen H+ getauschen Kationen (Ca2+, Mg2+, Na+, K+ usw.) müssen – abzüglich der Karbonathärtebildner – mindestens ladungsequivalent neutralisert werden. Tatsächlich wird man einen Überschuss an Hydrogencarbonat benötigen, um einen Puffer im Wasser bereitzustellen.

Die Zusammensetzung des Aufhärte- oder Remineralisierungsssalzes müsste damit für jedes konkrete Wasser individuell sein. Aufhärtesalzmischungen enthalten aufgrund ihrer guten Löslichkeit aber meist Calciumchlorid und Magnesiumsulfat als Gesamthärtebildner und ihre Anionen-Zusammensetzung entspricht schon allein damit in der Regel nicht der des Ausgangswassers. Enthält das verwendete Aufhärtesalz proportional wenig Hydrogencarbonat, werden proportional mehr der anderen Ionenspezies ins Wasser gebracht werden müssen, um den nötigen Effekt zu erzielen. Am Ende hat man womöglich ein Wasser mit höherer Gesamthärte und höherer elektrischer Leitfähigkeit als vor der Aufbereitung.

Das Remineralisieren und Neutralisieren des Mineralsäuregemisches aus einem stark sauren Kationentauscher kann zudem nur mit dem erfolgen, was man bei AquaRichtig als Ersatzhydrogencarbonate betitelt. Denn die „echten“ Hydrogencarbonate der Erdalkalimetalle wie Magnesium- und Calciumhydrogencarbonat gibt es nicht als Feststoff. Es kann also auch kein Pülverchen geben, in welchem diese enthalten sind. Wie aber Ersatzhydrogencarbonate, die nach den Ausführungen von AquaRichtig denknotwendig gar kein Puffervermögen haben, die Mineralsäuren neutralisieren sollen, kann ich nicht nachvollziehen. Damit sind auch alle weiteren unerwünschten Effekte verbunden, die man bei AquaRichtig den Ersatz-Hydrogencarbonaten wie Natriumhydrogencarbonat andichtet. Man könnte in diesem speziellen Fall aber auf die ansonsten schlecht löslichen Erdalkalimetall-Carbonate wie Calciumcarbonat zurückgreifen. Durch die vorhandenen Mineralsäuren lösen sie sich nämlich in diesem speziellen Fall recht leicht. Diese sind aber aufgrund ihrer schlechten Löslichkeit regelmäßig nicht in handelsüblichen Aufhärtesalzmischungen enthalten.

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