AquaRichtig und…
die unzähligen evidenzbasierten Publikationen über die Schädlichkeit der Leitfähigkeit von (Trink)wasser für Fisch und Mensch

Bei AquaRichtig pocht man darauf, dass die elektrische Leitfähigkeit nach wie vor ein Indikator für die Reinheit eines Wassers sei.

Das stimmt zwar prinzipiell. Nicht aber in der Art und Weise, wie man es bei AquaRichtig meint. Die Betonung liegt auch auf ein Indikator. Die elektrische Leitfähigkeit ist aber als einzig und alleiniger Parameter für die Beurteilung der Reinheit oder Qualität eines Wassers unzureichend.

Sinngemäß ist man bei AquaRichtig offenbar der Ansicht, dass jeder Wasserinhaltsstoff eine Verunreinigung oder Belastung darstellt. Überspitzt ausgedrückt, hält man jedes Wasser, das kein Rein- oder Reinstwasser wie destilliertes Wasser ist, für verunreinigt oder belastet und damit für Fisch und Mensch ungesund.

Dabei übersieht man bei AquaRichtig zudem, dass:

  • sich nur Stoffe auf die Leitfähigkeit auswirken, die als Ionen im Wasser gelöst sind
  • es viele gesundheitsschädliche Stoffe gibt, auf die das nicht zutrifft. Beispielsweise Ammoniak.
  • manche Giftstoffe zwar als Ionen im Wasser vorliegen, die bereits bei niedrigen Konzentrationen toxikologisch relevant sind, sich dabei aber kaum auf die Leitfähigkeit auswirken. Beispielsweise Cadmium, Quecksilber, Blei, Kupfer, Arsen, Cyanid oder Nitrit.
  • mikrobiologische Parameter überhaupt nicht über die Leitfähigkeit beurteilt werden können

Zudem echauffiert man sich darüber für die Behauptung, dass nur Wasser mit einem Leitwert von unter 200 µS ein gesundes Wasser ist kritisiert zu werden. Dass man für derartige Behauptungen kritisiert wird, könnte daran liegen, dass diese Behauptungen schlicht Unfug sind. Oder etwas sachlicher formuliert: Es gibt keine Belege, die einer kritischen Prüfung standhalten und diese Behauptung stützen können.

elektrische Leitfähigkeit von Wasser

Die elektrische Leitfähigkeit ist ein Indikatorparameter für den Mineralisierungsgrad eines Wassers. Reines Wasser leitet elektrischen Strom so gut wie nicht. Genauso schlecht wird Kochsalz in seiner festen Form Strom leiten. Löst man jedoch Kochsalz oder andere Salze in Wasser, so kann dieses Lösung elektrischen Strom leiten. Salze sind kristalline Feststoffe, die in einer wässrigen Lösung in Ionen zerfallen. Diese Ionen sind in der Lage, Elektronen, somit elektrische Ladungen, zu übertragen. Auch andere Verbindungen, die im Wasser gelöst als Ionen vorliegen, wie Säuren und Laugen, leiten elektrischen Strom. Je mehr Ionen im Wasser gelöst sind, desto besser können elektrische Ladungen transportiert werden. Neben der Menge und Art der gelösten Salze ist auch die Wassertemperatur bestimmend für die Leitfähigkeit, je höher die Temperatur, desto höher die elektrische Leitfähigkeit.

Grundsätzlich lässt sich also sagen: Je mehr Salze beziehungsweise Ionen in einem Wasser gelöst sind, desto höher seine elektrische Leitfähigkeit.

Das muss aber nicht zwingend so sein. Da unterschiedliche Ionen-Spezies den elektrischen Strom unterschiedlich gut leiten (Stichwort molare Leitfähigkeit), kann die elektrische Leitfähigkeit grundsätzlich auch höher sein, obwohl weniger Ionen gelöst sind oder auch niedriger, obwohl mehr Ionen gelöst sind. So leiten Chlorid-Ionen den elektrischen Strom verhältnismäßig gut, Hydrogencarbonat-Ionen dagegen vergleichsweise schlecht.

Durch die höhere molare Leitfähigkeit von Chlorid-Ionen steigt bei der Entcarbonisierung mit Salzsäure die elektrische Leitfähigkeit eines Wassers an, obwohl hinterher genau so viele Ionen und Salze darin gelöst sind wie vorher. Hydrogencarbonat-Ionen werden hier gegen Chlorid-Ionen getauscht, welche den Strom besser leiten als erstere. Deshalb steigt die elektrische Leitfähigkeit.

Die elektrische Leitfähigkeit von Wasser wird mit Hilfe eines Leitfähigkeitsmessgeräts (Conductometer) ermittelt, die Angabe erfolgt in µS⁄cm (Microsiemens pro Zentimeter) beziehungsweise bei höherem Salzgehalt in mS⁄cm (Millisiemens pro Zentimeter). Bedingt durch den Einfluss der Temperatur wird auch die bei der Messung vorliegende Wassertemperatur angegeben, standardisiert bei 20 oder 25° C. Die elektrische Leitfähigkeit beträgt also beispielswiese 700 Mikrosiemens pro Zentimeter bei 25 Grad Celsius oder kurz 700 µS/cm bei 25° C. Die elektrische Leitfähigkeit wird in der Aquaristik auch oft als Leitwert bezeichnet.

Die Qualität eines Wassers, auch im Sinne gesundheitlicher Unbedenklichkeit, alleine anhand seiner elektrischen Leitfähigkeit (beziehungswese elektrischen Widerstands) beurteilen zu wollen, ist hochgradig unseriös. Bedingt durch die geringe Aussagekraft der elektrischen Leitfähigkeit über die Zusammensetzung und Qualität eines Wassers ist die Ansicht aus naturwissenschaftlicher Sicht nicht haltbar. Das gilt sowohl bei Trinkwasser, als auch bei Aquarienwasser.

TDS und elektrische Leitfähigkeit

Neben der elektrischen Leitfähigkeit ist auch der Parameter TDS (Total Dissolved Solids) zur Bestimmung der in einem Wasser gelösten Substanzen gebräuchlich. Dies trifft insbesondere in englischsprachigen Ländern zu.

1 ppm TDS entspricht etwa 1 Milligramm gelöster Feststoffe pro Liter Wasser. Tatsächlich messen diese Geräte in aller Regel aber nur die elektrische Leitfähigkeit und rechnen diese mithilfe eines Faktors in ppm TDS (parts per Million). Der Umrechnungsfaktor beträgt regelmäßig 0,5. 250 ppm TDS entsprechen daher etwa einer elektrischen Leitfähigkeit von 500 µS/cm.

Ob ein TDS-Messgerät tatsächlich TDS misst oder nur die elektrische Leitfähigkeit misst und in TDS umrechnet, kann man recht leicht testen. Würde tatsächlich TDS gemessen, würden auch gelöste Feststoffe miterfasst, die im Wasser nicht als Ionen vorliegen. Beispielsweise Haushaltszucker (Saccharose)

Nimmt man ein Glas Leitungswasser und löst darin ein oder zwei Stück Würfelzucker auf, sollte der TDS-Messwert steigen, wenn TDS gemessen wird. Wird nur die elektrische Leitfähigkeit gemessen, bleibt der Messwert dagegen unverändert, da Zucker die elektrische Leitfähigkeit nicht anhebt.

pseudowissenschaftlichen Behauptungen bei AquaRichtig

AquaRichtig behauptet im Beitrag Leitwert oder elektrischer Widerstand im Aquarium:

„Ein Leitungswasser mit einen geringen elektrischen Widerstand von 4500 Ω [∼ 220 µS/cm] ist ein schlechtes Wasser“.

„Gesundes Wasser sollte einen Leitwert von < 200µS⁄cm haben[…]“.

„Hier gilt dann, je niedriger der Leitwert, desto besser die Wasserqualität durch wenige gelöste Salze“.

Obwohl bei AquaRichtig augenscheinlich bekannt ist dass die elektrische Leitfähigkeit von Wasser von vielen Faktoren bestimmt wird, sie als Indikatorparameter lediglich Auskunft über die Summe aller Salze im Wasser gibt und eine Aussage über die tatsächliche Qualität des Wassers allein anhand der elektrischen Leitfähigkeit schwierig ist, verbreitet man eine derart steile These. Es ist hochgradig unseriös, allein anhand der elektrischen Leitfähigkeit beurteilen zu wollen, ob ein Wasser als Lebensmedium für Fische oder den menschlichen Konsum gesund oder schädlich ist. Dennoch hält man bei AquaRichtig derartige Überzeugungen für Keine Esotherik, sondern Tatsachen. Aber nur im AquaRichtigverse…

Die Behauptungen von AquaRichtig fußen wahrscheinlich auf den in esoterisch-pseudomedizinischen Kreisen propagierten Thesen von Louis-Claude Vincent. Darauf weist auch das von AquaRichtig verlinkte Dokument auf einer schweizerischen Internetseite hin, in dem ausdrücklich auf Vincent verwiesen wird. Warum aber findet man bei der Suche nach genauen Informationen zu den ominösen Studien von Vincent nur wieder Internetangebote aus der esoterisch-pseudowissenschaftlich-alternativmedizinischen Ecke, die sich zwar auf Vincent berufen, aber keine konkrete Quelle nennen?

Vincent konnte zwar eine Korrelation zwischen Gesundheitszustand und der elektischen Leitfähigket des Trinkwassers feststellen, mehr aber nicht. Korrelation und Kausalität sind aber zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Vincent hat auch keine anderen Ursachen für die beobachteten Ergebnisse berücksichtigt. Etwa den Grad der medizischen Versorgung, den Lebensstandard oder andere demographische Faktoren. Sonst würde die Korrelation zwischen der Entwicklung der Geburtenrate und der Weißstorchpopulation belegen, dass der Storch die Kinder bringt.

Naturwissenschaftliche Belege für die Behauptung, dass Trinkwasser mit hoher elektrischer Leitfähigkeit gesundheitlich bedenklich ist, gibt es nicht. Tatsächlich gibt es aber beispielsweise Belege für vermehrt auftretende Herzerkrankungen durch Magnesium-Mangel in WeichwassergebietenWHO Guidelines Drinking Water. Die Hypothesen von Vincent, auf der er die Methode der Bioelektronik gegründet hat, konnten nicht nur nicht belegt werden, sie sind tatsächlich sogar vielfach widerlegt worden. Würden die Vorhersagen Vincents über den Zusammenhang von elektrischer Leitfähigkeit im Trinkwasser und Sterblichkeit sich irgendwie in der Wirklichkeit wiederspiegeln, würde sich dies beispielsweise in epidemiologischen Daten herauskristallisieren. Das ist aber nicht der Fall.

Ich habe den Eindruck, dass man bei AquaRichtig gar nicht in der Lage ist, zwischen Esoterik und Tatsachen, Wissenschaft und Nicht-Wissenschaft, zu unterscheiden. Meiner Meinung nach kann es nur als groteske Satire tituliert werden, wenn wissenschaftlich nicht belegte Überzeugungen aus der esoterisch-pseudowissenschaftlichen Ecke, wie Wassergedächtnis und andere, bei AquaRichtig als keine Esotherik [sic!] bezeichnet werden. Streng genommen mag das auch zutreffen. Viele der vertretenen Konzepte sind keine Esoterik, sondern Pseudowissenschaften oder Pseudomedizn. Zusammengefasst kann man sie aber als objektiv substanzlose Hypothesen, denen zum Zwecke der Glaubwürdigkeit gern ein wissenschaftlicher Anstrich verliehen wird, bezeichnen. Gerade Wasser ist in Esoterik, Pseudomedizin und Pseudowissenschaft ein beliebtes Thema, wie man an Wasserfiltern, Wasserbelebungsystemen, Wassergedächtnis, Informationsübertragung und anderen wissenschaftlich nicht belegten Anschauungen erkennen kann.

„Vincents Theorien sind nicht die ersten, die im Mülleimer der Wissenschaft gelandet sind, nur passen sie anscheinend heutzutage einigen Homöpathen und Geschätemachern gut ins Konzept“.

[Studie?!]

Leider sickern diese Überzeugungsysteme auch immer mehr in das technisch-naturwissenschaftliche Metier der Wasseraufbereitung und Trinkwasserqualität, besonders im Zusammenhang mit Gesundheitsfragen, ein. Auch die Wasseraufbereitung in der Aquaristik wird durch die Mystifizierung des Wassers durch Unterstellung allerlei eingebildeter Eigenschaften und Wirkungen infiltriert. Hier wird mit der naturwissenschaftlichen Unbedarftheit und der daraus resultierenden Angst, als Ergebnis dieses Mangels an verstehen, vieler Menschen Profit geschlagen. Auch der Artikel Wasser in der deutschen Wikipedia war vorrübergehend damit infiziert worden, geschickt versteckt zwischen seriösen und wissenschaftlich korrekten Informationen:

„Ein bisher oft nicht ausreichend berücksichtigter Aspekt für die Gesundheit ist die Reinheit des Wassers, die anhand der Leitfähigkeit des Wassers in µS⁄cm-1 (Mikrosiemens je Zentimeter) als erste Einschätzung ermittelt werden kann Einwandfreiesund sauberes Trinkwasser hat einen Wert deutlich unter 80 µS⁄cm-1, wie es zum Beispiel Regen- oder reines Quellwasser hat“.

[de.wikipedia.org: Wasser, Version vom 25. Juli 2011]

Bei AquaRichtig kombiniert man die die steile These zur Aussagekraft der elektrischen Leitfähigkeit über die (Trink)Wasserqualität mit Behauptungen zu angeblich immer höheren Grenzwerten, um der angeblich abnehmenden Trinkwasserqualität Tribut zu zollen.

„Leider verschlechtert sich die Wasserqualität in Deutschland zunehmend und die einzige Reaktion darauf ist, dass die Belastungsgrenzwerte immer weiter nach oben gesetzt wurden/werden. Ein Grenzwert des Leitwertes von 2500 µS/cm in Deutschland ist absolute Oberklasse und zeigt wie besorgt die Regierung um das Wohl seiner Bürger ist. Die EU verlangte bis 2013 eine Umsetzung des Leitwertes auf 400 µs. Die Weltgesundheitsorganisation hält eine Obergrenze von 750 µs für vetretbar. Deutschland hatte bis 1990 eine Obergrenze in der Trinkwasserverordnung. Die Brühe mit 2500 µs, als jetzige Obergrenze noch als gutes Trinkwasser zu deklarieren ist schlichtweg eine Täuschung“.

[Wasser Element des Lebens nicht nur für das Aquarium]

Im Beitrag Trink-Wasser, Leitungs-Wasser eine Gefahr für das Aquarium und die Fische äußert man sich mit dem gleichen Credo. Diese Behauptungen lassen sich aber bereits mit geringstem Rechercheaufwand als Unsinn, um nicht zu sagen vorsätzliche Täuschung, entlarven. Dazu habe ich mich bereits hier geäußert.

elektrische Leitfähigkeit im Süßwasseraquarium

Für eine Generalisierung von Grenzwerten für die elektrische Leitfähigkeit des Wassers existiert auch in der Süßwasseraquaristik keine belastbare Basis. Süßwasserfische leben in Wässern, die eine Spanne der elektrischen Leitfähigkeit von nur wenigen µS⁄cm bis zu einigen Millisiemens pro Zentimeter abdecken. Einige Arten leben somit in extrem ionenarmem Weichwasser, andere in Flussmündungen und Ästuaren, also in Mischzonen von Süßwasser und Meerwasser (Brackwasser), oder gar hypersalinen Salzseen. Dabei handelt es sich natürlich nicht mehr um Süßwasser. Es gibt Fischarten, die in Karstgebieten oder in Quelltöpfen innerhalb von Gipswüsten leben, wo das Wasser sehr hohe Gesamthärten und elektrische Leifähigkeiten von einigen Millisiemens pro Zentimeter aufweist. Der vulkanische Xiloa-See in Nikaragua weist ein Wasser mit einer hohen relativen elektrischen Leitfähigkeit von über 4000 µS⁄cm bei 25°C auf.

Ein sehr häufig begangener deduktiver Fehlschluss ist, die Werte des jeweiligen Umweltfaktors im natürlichen Biotop, hier der elektrischen Leitfähigkeit, mit dem physiologischen Optimum der Art für diesen Umweltfaktor gleichzusetzen oder aber die physiologische Toleranzspanne willkürlich eng um Messwerte aus dem Biotop anzusieldeln. Diese Schlussfolgerung kann aber grundsätzlich mit genauso hoher Wahrscheinlichkeit wahr wie falsch sein. Ob sie im Einzelfall wahr oder falsch ist, also auf die jeweilige Art bezogen, ist eine Frage, mit der sich die biologischen Disziplinen der Physiologie und Ökologie, in Synthese die Ökophysiologie, beschäftigen. Experimentelle Erkenntnisse zeigen, dass die physiologische Toleranzspanne einer Art für einzelne Umweltfaktoren oft erheblich weiter gespannt ist, als es der im natürlichen Biotop realisierte Wertebereich des Umweltfaktors vermuten lassen würde. Einige Arten haben aber wiederum, zumindest auf bestimmte Umweltfaktoren bezogen, nachweislich deutlich kleinere Toleranzspannen als andere. Auch die Annahme, dass der Wertebereich im natürlichen Lebensraum unbededingt nahe des physiologischen Optimums des jeweiligen Umweltfaktors liegt, ist nicht zwangsläufig korrekt. Vielfach ist dem gerade nicht so. Eine allgemeingültige Aussage über Grenzwerte für die elektrische Leitfähigkeit im Aquarium ist damit mangels solider Daten und bedingt durch die Natur der elektrischen Leitfähigkeit als Summenparameter mit geringer Aussagkraft über die Wasserqualität, nicht möglich.

Bedeutender als die elektrische Leitfähigkeit und der Gesamtsalzgehalt sind die, den physiologischen Toleranzspannen entsprechenden, absoluten und relativen Konzentrationen einzelner Ionenspezies. Schäden oder gar der Tod durch unphysiologische Ionenkonzentrationen treten bei Fischen nicht nur bei bei bestimmten Gesamtsalzgehalten, sondern vielmehr bei signifikant verschobenen relativen Konzentrationen einzelner Ionen auf. Süßwasserknochenfische sind sehr effektiv darin, Ionen aus dem Wasser zu gewinnen. Selber gegen einen erherblichen Konzentrationsgradienten in extrem ionenarmem Wasser. So beträgt die Natrium-Konzentration im Blutplasma von Süßwasserknochenfischen etwa 150 mmol⁄l, in ionenarmen Schwarzwässern aber nur etwa 15 µmol⁄l. Die Konzentration im Blutplasma ist also etwa 10000 mal so hoch wie im Wasser. Diesen Konzentrationsunterschied muss der Fisch aktiv, unter Energieaufwand, aufrecht erhalten. Daraus ergibt sich auch, dass ionenreichere Süsswässer, als Faustregel, physiologisch und energetisch günstiger für Süßwasserfische sind als ionenarme Weichwässer.

Bei der Ionoregulation, so wird die Steuerung der Ionenaufnahme bezeichnet, ist jedoch nicht nur der Gesamtsalzgehalt und die Konzentration einzelner Ionenspezies, sondern auch deren Verhältnis zu den Konzentrationen anderer Ionen bedeutend. Eul (1974) hat mit definerten wässrigen Lösungen unterschiedlicher Zusammensetzung, verdünntes Meerwasser, definierte reine Salzlösungen oder Zucker, eindrucksvoll belegt, dass nicht die Osmolarität oder der Gesamtsalzgehalt allein physiologisch bedeutend sind, sondern auch relativen Konzentrationen der einzelnen Ionen fällt. Alles PArameter, über die die eleltrische Leitfähikgiet keine Aussage machen kann.

Fazit und Schlusskommentar

Man wehrt sich bei AquaRichtig mit Händen und Füßen dagegen, dass die, vorgeblich zur Aufklärung der Kunden veröffentlichten Artikel, als esoterisch-pseudowissenschaftlich bewertet werden. Dabei vertritt man darin wiederholt Ansichten und beruft sich wiederholt auf Quellen, welche diese Ansichten vertreten, die genau mit diesem Prädikat bezeichnet werden müssen. Die mitunter gravierende Vereinfachung und damit einhergende falsche Darstellung naturwissenschaftlicher Sachverhalte durch AquaRichtig tut ihren Teil dabei. Auch die wiederholten Anklänge einer angeblichen Unterdrückung der von AquaRichtig präsentierten Erkenntnisse und „Wahrheiten“, sind Merkmale, die man bei vertretern von irrationalen Überzeugungssystemen oft antrifft. Verfechter von esoterisch-pseudowissenschaftlichen, irrationalen Überzeugungssystemen sehen sich selbst wiederholt in der Opferrolle von Verschwörungen, die ihre, nach eingener Auffasssung bahnbrechenden, Erkenntnisse unterdrücken sollen.

Durch die Vermischung von, zumindest teilweise korrekt dargestellten, naturwissenschaftlichen Sachverhalten und esoterisch-pseudowissenschaftlichem Geschwurbel, in Kombination mit der, zumindest vermuteten, naturwissenschaftlichen Unbedarftheit eines Großteils der von AquaRichtig angepeilten Kunden-und Zielgruppe, machen diese Veröffentlichungen gefährlich und im Sinne einer fachgerechten Aufklärung auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu einer Farce.Wohlgemerkt, die Artikel sollen laut wiederhohlter Selbstbezeugung von AquaRichtig der naturwissenschaftlich korrekten, sachlichen Aufklärung der Kundschaft dienen. Tatsächlich können die Artikel aber genau dies bedingt durch ihre Inhaltliche Qualität zumindest objektiv beurteilt genau nicht. Subjektiv mögen sich natürlich viele Leser der Artikel durch diese sehr gut augeklärt und beraten fühlen. Ich halte es jedoch für wichtiger, die vorgänge im Aquarium so dazustellen und verstehen zu wollen, wie sie den besten wissenschaftlichen Belegen nach wirklich sind. Nicht so, wie man sie sich in der eigenen Fantasie zurechtlegt oder andere sie in ihrer Einbildung zurechtgelegt haben. Sonst ist eine naturwissenschaftliche Erkenntnisse darstellende Wissensvermittlung ausgeschlossen.

Wenn man also bei AquaRichtig meint, dass es unzählige evidenzbasierte Publikationen gibt, die zeigen, dass die elektrische Leitfähigkeit ausreichend dafür ist, zu beurteilen, ob ein Wasser gesund oder schädlich für Fisch oder Mensch ist, dann sage ich nur: Karten auf den Tisch. Zeigen!

Ansonsten wünsche ich – trotz der Differenzen in der Sache – in Anbetracht der aktuellen Lage, dem Team von AquaRichtig gute Gesundheit.

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