Thomas und Florian

Ich hege den begründenten Verdacht, dass es sich bei den zur Schützenhilfe herbeigerufenen Thomas und Florian nur um Sockenpuppen von AquaRichtig handelt. Es ist zumindest merkwürdig, dass in angeblich aus fremder Feder rührenden Passagen die gleichen sprachlichen Eigentümlichkeiten zu finden sind, wie im Geschreibsel von AquaRichtig selbst.

Da wären zum einen die Leerzeichen in Komposita oder Deppenleerzeichen (auf nehmen statt „aufnehmen“). Besonders auffällig finde die nahezu ausschließliche Verwendung des Präteritums als Vergangenheitsform, auch in solchen Fällen, die das (konstatierende) Perfekt erfordern (Interessiert nahm ich die Diskussion zur Kenntnis statt „Interessiert habe ich die Diskussion zur Kenntnis genommen“). Die Kenntnisnahme der Diskussion hat schließlich offenkundig eine Auswirkung über den Zeitpunkt des Geschehens hinaus, da sie Anreiz für diese Äußerung war. Hinzu kommen schiefe Sprachbilder und semantische Fehlgriffe bei der Wortwahl (Reduzierung von Ammonium zu Nitrat, die Reihenfolge von Ammonium und Nitrat ist genau umgekehrt oder es ist eine Oxidation; aquatische Gewässer, Gewässer ohne Wasser wären auch blöd).

Auch bei der Wiedergabe der Äußerungen Dritter, beispielsweise der Darstellung von Zusammenhängen in eigenen Worten aus einer schriftlichen Quelle, treten die selben Probleme auf. So ist zur Nährstoffaufnahme von Wasserpflanzen die folgende Passage bei AquaRichtig zu finden, die angeblich aus Florians Feder stammen soll:

„Submerse Pflanzen können über die Wurzeln keine Nährstoffe (Ionen) auf nehmen weil sich bei Wasserpflanzen die Chloroplasten in der Epidermis befinden. Dies hat zur Folge, dass der Diffusionsweg des Kohlendioxids wesendlich [sic!] verkürzt und die Nährstoffaufnahme über die Wurzeln durch keine Transpiration und eines minimierten Xylems nicht möglich ist“.

[Mobbing in Internet-Foren […] AquaRichtig, 2014]

Mit größter Wahrscheinlichkeit war der folgende Abschnitt aus dem Wikipedia-Eintrag Wasserpflanze die Vorlage:

„Submerse Pflanzen sind in ihrer Kohlendioxid-Versorgung für die Photosynthese auf den wesentlich geringeren Gehalt im Wasser angewiesen. Submerse Pflanzen in Stillgewässern haben daher schmale oder zerschlitzte Blätter (Wasserpest). Die Cuticula ist dünn. Die Chloroplasten sitzen in der Epidermis, die bei Pflanzen normalerweise frei von Chloroplasten ist. Dadurch wird der Diffussionsweg des Kohlendioxids reduziert. Durch die fehlende Transpiration können sie auch keine Mineralsalze aus dem Boden aufnehmen. Ihr Xylem ist reduziert. Die Wurzeln dienen nur mehr der Verankerung“.

Der entscheidende Unterschied ist, dass in der aquarichtigschen Darstellung die sachlogischen Zusammenhänge vollommen verquer wiedergeben werden und so wie dargestellt auch keinerlei Sinn ergeben.

Thomas scheint ähnliche Schwierigkeiten zu haben:

„An zahlreichen Stellen in der botanischen Literatur (bekanntestes Bsp.: Strasburger – Lehrbuch der Botanik) kann man lesen, dass Wasserpflanzen ihre Kutikula extrem verdünnt haben und auf Spaltöffnungen komplett verzichten. Diese würden auch keinen Sinn machen, da unter Wasser kein Gasaustausch stattfinden kann“.

Es ist allerdings in keiner der mir greifbaren Auflagen des Strasburger (insb. 1998, 2014) eine Textstelle zu finden, die eine derartige Aussage trägt. Insbesondere nicht die unsinnige Behauptung, unter Wasser sei kein Gasaustausch möglich. Wie betreiben dann untergetauchte Wasserpflanzen Fotosynthese, ohne Gasaustausch? Wie atmen Fische über die Kiemen, ohne Gasaustausch?

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