AquaRichtig und die Kernaussagen von Texten

Zusammengefasst fühlt man sich bei AquaRichtig ungerecht behandelt, weil ich angeblich Aussagen kritisiere, die man nie gemacht hat. So meint man, die Kernaussage dieses Textes beziehungsweise der einschlägigen Passage darin, in der man den ersten erfolgreichen Schlupf eines Diskus-Geleges nach der Aufbereitung mit Kati&Ani Bezug nimmt:

„Dies ist kein Einzelfall sondern es betrifft Hunderte vorher vergeblicher Zuchterfolge die möglich wurden weil der Keimdruck des Wassers gering war, sodass die Eier nicht verpilzten. Zudem stimmte der erforderliche niedrige osmotische Druck des Wassers denn in den Fischeiern von Weichwasserfischen ist der osmotische Druck des Wassers wesentlich geringer als zum Beispiel im Fischkörper selbst. Darum ist die Zucht des Diskus und vieler anderer Weichwasserfische in alkalischem Wasser unmöglich, auch wenn dies einige anders dar zu stellen versuchen“.

sei, dass Fischgelege die Eihülle nicht durchbrechen können, wenn der osmotische Druck im Wasser zu hoch ist. Gemeint sind vermutlich die Larven, nicht das Gelege. Aus welcher Formulierung im Text diese Kernaussage hervorgenen soll, ist mir aber schleierhaft.

Es mag tatsächlich sein, dass man dies als Kernaussage intendiert hat. Mehr aber auch nicht. Im Text findet sich keine Formulierung, die dies auch nur nahelegt. Zuvor ist aber die Rede von Keimdruck und Verpilzen (Keimdruck des Wassers gering war, sodass die Eier nicht verpilzten). Selbst wenn man die Behauptung, dass ein niedriger osmotischer Druck oder genauer ein niedriger osmotischer Wert oder Salzgehalt im Wasser, zur Nachzucht von „Weichwasserfischen“ zwingend erforderlich ist, bleibt die kritisierte Behauptung, der osmotische Druck in den Eiern solcher Fischarten sei signifikant geringer als in deren Körperflüssigkeit unbelegt. Daher ist man bei AquaRichtig der Ansicht, meine Kritik gehe ins Leere, weil dies nie so dargestellt wurde.

Aufgrund der verkorksten Ausdrucksweise ist es aber gerade im Sinne einer fairen Kritik zwingend erforderlich, die aquarichtischen Aussagen sinnstiftend mit der Sachverhaltswirklichkeit abzugleichen, um überhaupt nachvollziehen zu können, was wahrscheinlich gemeint ist und ausgedrückt werden soll. Es ist weiterhin im Sinne einer stringenten und kohärenten Kritik erforderlich, sich auch inhaltlich stringent und kohärent auseinanderzusetzen. Es stimmt zwar, dass man auch andere Aspekte anspricht. Die aber mit Osmose, Osmoregulation oder osmotischem Wert nichts zu tun haben und daher für eine kritische Auseinandersetzung mit den Behauptungen von AquaRichtig zu Osmose, Osmoregulation oder osmotischem Wert irrelevant sind.

Der springende Punkt ist einfach: Wer behauptet, muss auch belegen. Wer seine Ansichten so vehement und aggressiv vertritt, wie AquaRichtig, von dem ist zu erwarten, auch entsprechend stichhaltige Belege an der Hand zu haben, mit denen man selbst seine schärfsten Kritiker überzeugen kann. Es sei denn, man weiß, dass man nichts in der Hand hat, und so nur versuchen kann sich durch, Gepoltere, Nebelkerzen und Pöbeleien aus der Affaire zu stehlen. Wie AquaRichtig.

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