AquaRichtiger

AquaRichtigs Irrungen und Wirrungen zu Wasserpflanzen

Verschiedendste Äußerungen lassen auch zum Begriff „Wasserpflanze“ und den biologischen Eigenschaften von Wasserpflanzen ein recht eigenwilliges Verständnis bei AquaRichtig erkennen.

Bevor wir uns mit den steilen Thesen AquaRichtigs zu Wasserpflanzen beschäftigen, ist daher zu klären, was eine Wasserpflanze ist. Bei AquaRichtig hat man dazu offenbar wieder recht eigenwillige Ansichten zur Semantik verschiedener Begriffe aus diesem Kontext. Dabei versteht man bei AquaRichtig unter dem Begriff Wasserpflanze offenbar ausschließlich aquatische Tauchblattpflanzen wie beispielsweise die Wasserpest. Bereits Schwimmblattpflanzen wie die Seerosengewächse sind bei AquaRichtig aus der Gesamtschau heraus betrachtet damit bereits keine Wasserpflanzen.

Sind 35 mg/l CO2 nun ausreichend oder mutig?

Auch hier erkennt man bei AquaRichtig nicht, dass man sich in Widersprüche verwickelt. Im Beitrag Vollentsalzer oder Osmose-Anlage – Pro und Contra heißt es zunächst:

„Ein weiterer Vorteil der Vollentsalzung ist, das [sic!] die eingestellten Wasserwerte nahezu konstant bleiben und man bei einer Karbonat-Härte von 2, mit einem pH von 6,2 auch ausreichend freies CO2 im Wasser hat“.

[Vollentsalzer oder Osmose-Anlage – Pro und Contra]

Konkret bedeutet dies, dass bei einer Karbonat-Härte von 2, mit einem pH von 6,2 eine CO2-Konzentration von etwa 35 mg/l im Wasser vorliegt. Kurz darauf heißt bei AquaRichtig dagegen:

AquaRichtig und die pflanzenphysiologischen Erkenntnisse Julius Sachs'

AquaRichtig vertritt im Artikel „Nitrat ist wichtig für Pflanzen, nicht nur im im Aquarium“ (oder: Nitrat ist für Pflanzen essentiell und kann nicht durch Ammonium ersetzt werden) die steile These, dass Nitrat essentiell für Pflanzen sei.

Offenbar ist damit gemeint, dass Nitrat nicht durch andere Stickstoffverbindungen als Stickstoffquelle ersetzt werden könne. Um diese These zu untermauern, zitiert AquaRichtig eine Darstellung aus zweiter Hand über die pflanzenphysiologischen Versuche Julius Sachs von den Internetseiten der Universität Hamburg:

Wird durch CO2-Düngung die Karbonathärte erhöht?

Im aquaristischen Internet wird immer wieder mal die These geäußert, dass bei CO2-Düngung über die entstehende Kohlensäure die Karbonathärte im Aquariumwasser erhöht würde. Im Artikel Biogene Entkalkung durch CO2 Mangel im Aquarium bei AquaRichtig ist beispielsweise Folgendes zu lesen:

„Kohlenstoffdioxid reagiert in Wasser in einem verschwindend kleinen Anteil von weniger als 1 % zu Kohlensäure (H2CO3)“.

„Wie der Name Kohlensäure schon sagt, ist diese eine Säure die bei CO2 Einleitung in das Aquarium auch für eine Senkung des pH durch H+-Ionen verantwortlich ist“.

„[…]

„Bei einer Überdosierung von CO2 ist somit auch durchaus eine Erhöhung der Karbonathärte möglich“.

CO2 entsteht bei AquaRichtig aus dem Nichts

Bei AquaRichtig entsteht CO2 offenbar aus dem Nichts, denn in Vollentsalzer oder Osmose-Anlage – Pro und Contra heißt es:

„Ein weiterer Vorteil der Vollentsalzung ist, das [sic!] die eingestellten Wasserwerte nahezu konstant bleiben und man bei einer Karbonat-Härte von 2, mit einem pH von 6,2 auch ausreichend freies CO2 im Wasser hat“.

[Vollentsalzer oder Osmose-Anlage – Pro und Contra]

An anderer Stelle schlägt man bei AquaRichtig in die selbe Kerbe:

„Richtiges Wasser für Weichwasserfische, wie Diskus, Neons, Corydoras und viele andere hat einen idealen pH Wert von 6,2 – 6,3 und KH von 2 – 3 und diese Werte können Sie nur mit Vollentsalzer Kati und Ani, durch das stark saure Kationenharz, ohne irgendwelche Hilfsmittelchen wie CO2 Zugabe oder Torffilterung, etc. herstellen!“

AquaRichtigs gesammlter Unsinn zur biogenen Entkalkung

Im Artikel Biogene Entkalkung durch CO2 Mangel im Aquarium spricht AquaRichtig davon, dass es in Folge von CO2-Mangel im Aquarium eines Kunden zu einem Säuresturz durch biogene Entkalkung gekommen sei.

Gemäss dem bei AquaRichtig veröffentlichten Artikel erlebte ein Aquarianer den gefürchteten Säuresturz. Der Aquarianer stellte laut AquaRichtig bei einer Routinemessung der Wasserwerte fest, dass die Karbonathärte nicht mehr nachweisbar war, während der pH Wert auf beinahe 9, bei einer normalen Gesamthärte stand.

Laut AquaRichtig sei die Ursache für die schwindende Karbonathärte und den steigenden pH Wert‘ die biogene Entkalkung des Wassers welche zum gefürchteten Säuresturz führte.

AquaRichtig und (der) Strasburger

Bei AquaRichtig bestehen offenbar Schwierigkeiten dabei, zwischen dem Botaniker Eduard Adolf Strasburger und dem ihm zu Ehren benannten Lehrbuch der Botanik, kurz dem „Strasburger“, zu unterscheiden. Im Zusammenspiel verschiedener Formulierungen ergibt sich daher eine semantische Vermengung, die den Sinngehalt der Gesamtaussage inm irreführender Weise verändert. Ausgangspunkt ist eine aus zweiter Hand referierte Textstelle im Lehrbuch der Botanik: